Berch­tes­gaden im Winter: Foto-Spots für schlechtes Wetter

Berch­tes­gaden im Winter foto­gra­fieren? Ähm eigent­lich nicht. Wir sind doch im Früh­ling hier? Zu Hause hatten wir letzte Woche schon um die 20 Grad und jetzt muss ich die Winter­aus­rüs­tung für unseren Urlaub einpa­cken und meine Foto-Ideen umplanen!? Die ganze Woche tief­hän­gende Wolken sind vorher­ge­sagt und Schnee­fall, immer wieder mehrere Zenti­meter Neuschnee. Doch es gibt Spots die trotzdem funk­tio­nieren könnten. Welche das sind erfährst du in diesem Blog. 

Ausrüs­tung:

Sony a7IV
Sony FE 2.8/16–35 mm GM
Sony FE 4/24–105 mm G
Sony FE 100–400 mm GM
DJI Mini 3 Pro

Den VLOG zum BLOG seht ihr unten auf der Seite oder ihr erreicht ihn über diesen Button:

Welche Spots eignen sich für schlechtes Wetter?

Ich höre schon die ersten sagen “es gibt kein schlechtes Wetter!” und ja, eigent­lich stimmt das auch. Aber ob man Berch­tes­gaden im Winter oder im Sommer foto­gra­fieren will, dann möchte man auch einmal den Watz­mann foto­gra­fieren, oder den Hoch­kalter mit auf einem Foto haben, wenn man am Hintersee foto­gra­fiert. Mit tief­hän­genden Wolken zwischen 1500 und 2500 m Höhe kannst du das jedoch vergessen. Ohne Weit­sicht keine Berg­sicht, ganz einfach. Aber es gibt Spots, die sich dennoch eignen. 

Der von mir ange­spro­chene Hintersee mit dem angren­zenden Zauber­wald ist ganz bestimmt ein Besuch wert, egal, wie das Wetter ist. Hier ist eher zu sonnig das schlechte Wetter. Dann gibt es St. Sebas­tian. Foto­gra­fiert ihr diesen Ort in der Blauen Stunde wirkt er so oder so magisch, auch wenn man die Berge im Hinter­grund nicht unbe­dingt sieht. Maria Gern und Kirch­leitn funk­tio­niert eigent­lich nur, wenn der Watz­mann zu sehen ist, sonst ist es ein Bild oder große Geschichte dahinter. Es sei denn ihr habt ein Winter-Wunder­land, dann ist es zumin­dest ganz passabel. 

Königsee und der dahinter liegende Obersee mit seinem Fischer­häuss­chen gehen natür­lich immer und der Maler­winkel natür­lich. Aller­dings, ist die “Suppe zu dicht” sehr ihr hier auch nicht weit genug. Im Winter sind Wimbach­klamm und Almbach­klamm leider geschlossen, aus gutem Grund wahr­schein­lich. Im Sommer, wenn die Wolken tief hängen aber es nicht zu nass ist, dürften beide tolle Motive beinhalten. 

Gibt es sonst noch Motive, die sich auch bei schlechtem Wetter lohnen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

Tiefe Wolken am Hoch­kalter | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

St. Sebas­tian von Ramsau

Endlich Berch­tes­gaden. Endlich Urlaub. Die ersten warmen Sonnen­strahlen einfangen und nebenbei den Früh­ling in den Alpen foto­gra­fieren. Doch dann das. Will­kommen in der Realität. Statt blühender Wiesen gab es über Nacht 15 Zenti­meter Neuschnee und ein komplettes ‚Winter Wonder­land‘. Das hatte ich eigent­lich anders geplant und anstelle des Erwa­chen des Früh­lings zu doku­men­tieren stapfte ich jetzt mit meiner Winter­aus­rüs­tung durch den Schnee. Die Natur hatte eben andere Pläne – und uns kurzer­hand zurück in den tiefsten Winter geschickt.

“Ah, da vorne steht sie, die Kirche St. Sebas­tian”, sagte ich zu mir, als nur wenige Zenti­meter entfernt das erste Streu­fahr­zeug an mir vorbei durch die Haupt­straße Ramsaus rauscht. Wow, ich hatte wirk­lich andere Vorstel­lungen an diesen Fami­li­en­ur­laub und eigent­lich auch ganz andere Bilder im Kopf, die ich in Berch­tes­gaden machen wollte. St. Sebas­tian im Schnee? Das hatte ich nicht auf dem Schirm. 

Aber egal, dieses Wetter kam jetzt nicht völlig über­ra­schend und wir haben uns darauf einge­stellt. Wir hatten dicke Klamotten einge­packt, ich hatte meine Winter­aus­rüs­tung dabei, also konnte nichts schief gehen. Außer natür­lich die Suppe würde die ganze Woche so dicht sein und wir bekämen die umlie­genden Berge, wie den Hoch­kalter oder den Watz­mann gar nicht zu Gesicht. Das wäre foto­gra­fisch, aber auch so, ziem­lich enttäuschend. 

Ich hatte den Wecker so einge­stellt, dass mir genü­gend Zeit in der Blauen Stunde bleiben sollte, die Kirche, die zentral in Ramsau  gelegen ist, foto­gra­fieren zu können. Parken kann man eigent­lich fast direkt am Spot am Stra­ßen­rand. Ich musste nur ein paar Meter hin zur Brücke  durch den Schnee laufen. Die Straßen waren bis dato nicht gestreut und teil­weise voll unter Neuschnee. Für mich als geübter Fahrer im Winter bei Schnee kein Problem. Andere hätten sich viel­leicht nicht so recht getraut, aber machbar war es allemal, vor allen Dingen, wenn man sich einige Minuten Zeit einräumt. 

Für das Bild der Kirche war die Entschei­dung jeden­falls genau richtig so früh am Spot zu sein. Auch wenn die Dunkel­heit und die damit verbun­dene lange Belich­tungs­zeit den fallenden Schnee komplett unsichtbar werden ließ, so entstand zwischen der Licht­stim­mung der Blauen Stunde und dem warmen Licht der Stra­ßen­la­ternen ein wunderbar stim­miges Gesamt­bild. Aller­dings erst durch die Bild­be­ar­bei­tung. Insge­samt 3 verschie­dene Farben hatten die Lichter in Ramsau zu bieten. Fast schon grün­lich, weiß strahlten die Stra­ßen­la­ternen, warmes orange-rot durch einen Strahler an der linken Seite der Brücke und dann noch das neutra­lere warm-weiß der Kirchen­be­leuch­tung. Um ein rundes Bild zu bekommen, musste ich also ganz schön an den Farb­reg­lern und Masken Hand anlegen. Das Ergebnis jeden­falls ist traumhaft. 

Blaue Stunde an der Kirche St. Sebas­tian | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

Hintersee im Schnee

Nach getaner Arbeit, ging es zum Früh­stück zurück zur Unter­kunft, in der meine Familie auf mich wartete. Der weitere Vormittag führte uns hoch zum Hintersee. Dort verstärkte sich der heftige Schnee­fall sogar noch etwas und wir konnten eine wirk­lich beson­dere Winter­stim­mung an einem der schönsten Seen Deutsch­lands einfangen. Nicht jedem würde das gefallen, ich fand’s zumin­dest span­nend. In dem Weiß und Grau des Winters kam aller­dings das beson­dere Grün des Sees nicht zur Geltung, dafür aber andere span­nende Szenen, die an einem “normalen” Tag so viel­leicht  weniger fotogen gewesen wären. Dennoch war es im Schnee­sturm nicht einfach mit den Kindern voran­zu­kommen und es blieb nicht all zu viel Zeit Bilder aufzunehmen. 

Teil­weise verstärkte sich der Schnee­fall sogar auf eine Menge, dass man das gegen­über­lie­gende Ufer nicht mehr sehen konnte. Dies führte aller­dings zu tollen schönen mini­ma­lis­ti­schen Bildern, so wie dieses von einer der bekannten Fels­in­seln des Hintersees. 

White out at Hintersee | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

Spare 10% auf Luminar Neo

Wenn du Luminar Neo selbst einmal auspro­bieren oder kaufen möch­test, dann kannst du mit dem Code ‘Sphoto10´ noch einmal zusätz­liche 10% auf Luminar Neo sparen!

Hier geht’s zu Luminar Neo (*)

Kirch­leitn Kapelle & Watzmann

Der nächste Morgen führte mich dann hoch auf einen Hügel über Berch­tes­gaden selbst, um dort ein ganz berühmtes Motiv zu foto­gra­fieren: Die Kirch­leitn Kapelle. Im Duett mit dem im Hinter­grund normal zu sehenden Watz­mann ergeben sich wunder­schöne Bilder. Das Problem: Der Watz­mann wollte sich nicht zeigen. 

Eigent­lich hätte es auch passen können. Nebel im Tal war vorher­ge­sagt und die Wolken­un­ter­seite auf zwischen 2500 und 3000 m geschätzt. Aber sie lag wohl eher bei 2300m. Der Watz­mann also war einge­hüllt und kam nicht zum Vorschein. Ein wenig enttäu­schend. Im Schnee mit Watz­mann und der tollen Stim­mung im Tal, wäre sicher­lich ein außer­ge­wöhn­lich schönes Foto heraus­ge­kommen, so aber war das beste was ich heraus­holen konnte eine Aufnahme von der Kirch­leitn selbst.

Nach einiger Zeit, stehend im tiefen Schnee zog ich wieder ab. Es sollte nicht mein letzter Versuch in dieser Woche bleiben. Ich wollte unbe­dingt noch ein Bild mit der Kirch­leitn Kapelle und dem Watzman foto­gra­fieren, ob es mir gelungen ist, seht ihr in der nächsten Episode in einer Woche. Viel­leicht kehrt etwas Glück mit dem Wetter zurück und ich kann mein Wunsch­foto noch fotografieren. 

Berchtesgaden im Winter fotografieren Kirchleitn Kapelle
Kirch­leitn Kapelle im Schnee | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

VLOG zum BLOG

Der Früh­ling startet durch. Überall blüht es und es beginnt grüner zu werden. Mit der Familie geht es nach Berch­tes­gaden, ein paar schöne Tage in den Bergen und am Königsee genießen. Nebenbei ein paar schöne Land­schafts­fotos schießen, mit den berühmten Motiven im Süden von Bayern. So der Plan. Doch dann, über Nacht, 15 cm Neuschnee. Begleite mich in meinem Video zu einigen der bekann­testen Spots Deutsch­lands im Winter­ein­bruch im April.

Feel free to share:

Abonniere meinen newsletter

Bleibe per E-Mail auf dem Laufenden über meine Arbeit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert