Nord­­licht-Zeit­raffer: Bear­beiten & Rendern

In diesem LRTi­mel­apse Tuto­rial zeige ich dir, wie du einen Nord­licht-Zeit­raffer von Grund auf erstellst. Wir gehen gemeinsam durch den gesamten Work­flow: vom Import der RAW-Dateien in Adobe Ligh­t­room über das Defli­ckern in LRTi­mel­apse bis hin zum finalen Rendern der Video­se­quenz. Egal ob Anfänger oder Fort­ge­schrit­tener – nach diesem Blog/Video weißt du, wie du das Flackern verhin­derst und die Farben der Aurora perfekt herausarbeitest. 

Ausrüs­tung:

Sony a7IV
Sony FE 2.8/16–35 mm GM

Den VLOG zum BLOG seht ihr unten auf der Seite oder ihr erreicht ihn über diesen Button:

Kame­ra­ein­stel­lungen & Vorabüberlegungen

Zuge­geben: Zeit­raffer von Nord­lich­tern sind in der Regel recht einfach. Das Licht über die Dauer der Aufnahme ist relativ konstant. Durch die sich auto­ma­tisch erge­bende etwas längere Belich­tungs­zeit hat man so oder so etwas “Bewe­gungs­un­schärfe” im Bild, was in ein smoot­heres Video mündet. Dennoch gibt es ein paar Tipps, die ich hier mit euch teile und wir schauen uns an, welche Vorüber­le­gungen wir anstellen sollen, bevor wir die Inter­vall­auf­nahme der Kamera starten.

Am Besten stellt ihr die Kame­ra­ein­stel­lungen auf manuell, mit den von mir ange­ge­benen Start­werten in meinem letzten Blog-Artikel Nord­lichter foto­gra­fieren und bear­beiten. Idea­ler­weise habt ihr die Nord­lichter schon ein, zwei Minuten beob­achtet und könnt abschätzen in welcher Himmels­rich­tung, in welcher Ausbrei­tung und in welcher Geschwin­dig­keit sie sich bewegen. Sind sie schnell ändernd, nutzt lieber ein höheres ISO und bspw. nur 2 s Belich­tungs­zeit. Sind sie etwas lang­samer halbiert das ISO bspw. auf ISO 3200 und nutzt ggf. so 4 s Belich­tungs­zeit. (Dies hängt natür­lich auch von eurer maximal mögli­chen Blende und der Inten­sität der Nord­lichter ab!)

Leider sieht man Nord­lichter nicht unbe­dingt an, ob sie  gerade am abklingen sind, oder sich noch stei­gern. Hier kann auch mal eine Szene schief gehen. Die Dauer lässt sich also nicht abschätzen, auch nicht perfekt wohin sie sich bewegen. Ein Glücks­spiel in manchen Fällen. Nutzt ggf. also eine etwas kürzere Brenn­weite für ein 4K-Video könnt ihr bei den heutigen Kame­ra­sen­soren hinterher noch deut­lich croppen, ohne Qualitätsverlust!

Nun, gehen wir davon aus, dass ihr mit 4 s Belich­tungs­zeit hin kommt. So empfiehlt sich die Inter­vall­auf­nahme in eurer Kamera auf 5 s einzu­stellen. Wollt ihr für ein 10 s langes  Video mit 30 Bilder pro Sekunde haben, dann benö­tigt ihr 300 Bilder. (10 s * 30 Bilder/s = 300 Bilder, eine einfache Rech­nung). Wenn ihr alle 5 Sekunden ein Bild macht, dann bekommt ihr also 12 Bilder in der Minute hin. (300 Bilder / 12 Bilder/min = 25 min). Ihr müsst also über 25 min Inter­vall­auf­nahmen durch­führen, ohne die Kamera zu bewegen und eben solange sollten auch Nord­lichter im Himmel vorhanden sein. 

Wenn ihr bspw. nur 2 s belichten müsst und alle 3 s ein Bild aufnehmt, dann bekommt ihr 20 Bilder pro Minute hin und habt eine Aufnah­me­zeit von 15 min. Es liegt also an euch, was ihr macht. Habt ihr das Gefühl die Polar­lichter halten sich lange, sind die Bewe­gungen langsam, könnt ihr mehr ISO verkraften, etc. dann müsst ihr entspre­chend handeln und die Kame­ra­ein­stel­lungen anpassen, bevor ihr mit der Inter­vall­auf­nahme beginnt. 

Kame­ra­ein­stel­lungen (Start­werte) auf einen Blick:

  • Für Social Media / YouTube benö­tigt ihr 30 Bilder/s für euer Video
  • Mit Inter­vall­auf­nahme alle 5 s
  • erhaltet ihr eine Aufnah­me­dauer 25 min für 
  • 300 Bilder und damit ein Video von 10 s länge
Dancing Lights | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

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Der Work­flow mit LRTi­mel­apse & Lightroom

Der Work­flow von LRTi­mel­apse ist nicht ganz selbst­er­klä­rend, auch wenn er eigent­lich ganz gut visua­li­siert ist. Im Video unten seht ihr aber Schritt für Schritt, wie ihr vorgehen müsst. Und wenn ihr es einmal gemacht habt, ist es auch wirk­lich simpel. 

Ein wich­tiger Tipp zu Beginn: Legt alle Bilder (RAWs), die zu einer Szene, oder Timel­apse-Sequenz gehören in einen sepa­raten Ordner ab. Keine weiteren Bilder dürfen in diesem Ordner vorhanden sein. Falls ihr die Bilder bereits in Ligh­t­room expor­tiert habt, dann wählt die entspre­chenden Bilder im Biblio­theks-Modul aus und erstellt einen neuen Ordner und fügt die ausge­wählten Bilder hinzu. Oder — vor dem Ligh­t­room-Import — legt ihr die Bilder in einen Ordner im Datei­ex­plorer ab und startet zu erst in LRTi­mel­apse und impor­tiert später in Ligh­t­room. Das bleibt euch überlassen. 

In LRTi­mel­apse wählt ihr den entspre­chenden Ordner aus und lasst euren Rechner kurz die Vorschau­bilder berechnen. Danach geht’s an Keyframe setzen. Keyframes sind die “Schlüs­sel­bilder” die in Ligh­t­room dann tatsäch­lich bear­beitet werden, alle anderen Bear­bei­tungen der Bilder zwischen den Keyframes über­nimmt LRTi­mel­apse dann für uns.  Bei konstanten Verhält­nissen, wie es bei Polar­lich­tern durchaus der Fall sein kann, reicht 1 Keyframe — theo­re­tisch. Bei zwei, wählt er Bild 1 und das letzte Bild. Bei 3 noch eins in der Mitte, etc. Wie viele ihr setzt, hängt also ein wenig damit zusammen, wie sehr sich die Licht­si­tua­tion geän­dert hat. 

Dann geht ihr in Ligh­t­room. (Wer Bilder noch nicht in Ligh­t­room expor­tiert hatte, zieht diese jetzt per drag-and-drop in Ligh­t­room) Wählt alle Bilder des Ordners aus, geht auf Meta­daten und Meta­daten aus Datei lesen. Keyframes erhalten jetzt eine 4‑Sterne-Bewer­tung. Filtert nach 4 Sternen und bear­beitet die Keyframes von links nach rechts. Nutzt nur die vorge­fer­tigten Masken, die LRTi­mel­apse euch vorein­ge­stellt hat. Anschlie­ßend geht ihr, alle Keyframes ange­wählt, auf Meta­daten und Meta­daten in Datei spei­chern. Jetzt erhält die xmp-Datei, die quasi zwischen LR und LRTi­mel­apse über­setzt alle einge­stellten Parameter. 

Geht zurück in LRTi­mel­apse, geht auf Auto-Über­gang, akti­viert Visu­elle Vorschauen und lasst LRTi­mel­apse einige Zeit arbeiten. Über das kleine Vorschau­fenster könnt ihr nun das fertige Timel­apse sehen. Solltet ihr flackern entde­cken könnt ihr noch das Visu­elle Defli­ckern verwenden. Stellt eine sinn­volle Glät­tung ein und lasst LRTi­mel­apse eine weitere Zeit rechnen. 

Seit ihr fertig geht ihr wieder in Ligh­t­room. Lest nun ein weiteres Mal die Meta­daten für alle Bilder ein. Wie von Zauber­hand sind nun alle Bilder inner­halb einiger Sekunden bear­beitet. Wählt alle Bilder aus, rechts­klick Expor­tieren. Dort geht ihr über das LRTi­mel­apse-Export-Modul zum Foto-Export. Anschlie­ßend öffnet sich LRTi­mel­apse und ihr könnt noch alle Video-Render Einstel­lungen vornehmen. Ist LRTi­mel­apse fertig erhaltet ihr das fertige Video aus den Einzel­bil­dern zusammengeschnitten. 

Ganz schön aufwendig, aller­dings können wunder­schöne Ergeb­nisse durch solche Timel­apse entstehen. 

Wie ist es bei dir, hast du auch schon einmal Timel­apse-Aufnahmen gemacht? Oder wirst du das jetzt einmal ausprobieren?

Meine Render­ein­stel­lungen für YouTube:

  • Format: H.264 (Ich nutze mitt­ler­weile H.265 weil effi­zi­enter und bei glei­cher Datei­größe mehr Details, weniger Banding durch feinere Farbabstufungen.)
  • Auflö­sung: 3840 x 2160 (4K UHD)
  • Bild­rate: 30 fps, da ich mit meinen Kameras eben­falls in 30fps aufnehme
  • Bitrate: Kodie­rung VBR, Ziel­bi­trate 60–80 Mbps, max 100 Mbps,
  • Audio: Format AAC, 48.000 Hz, 320 kbps (Stereo)
  • Farb­raum: Rec.709

VLOG zum BLOG

In diesem Video zeige ich euch den Work­flow, wie ihr aus vielen Einzel­auf­nahmen ein wunder­schönes Zeit­raffer erstellen könnt. Funk­tio­niert nicht nur mit Nordlichtern. 

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