Berch­tes­gaden foto­gra­fieren: Welche Spots lohnen am meisten?

Wer den Watz­mann in Berch­tes­gaden foto­gra­fieren möchte, braucht vor allem eines: Geduld mit dem Wetter, aber auch den idealen Standort. Bei Regen­wetter oder starker Bewöl­kung ist der markante Gipfel der Berch­tes­ga­dener Alpen ist oft wolken­ver­hangen und wenn er frei ist, dann sollte man am rich­tigen Ort stehen, denn nicht von jedem Fleck gibt es eine perfekte Sicht. Und ist das Wetter nicht gnädig, dann sollte man die besten Alter­na­tiven kennen. Ein Über­blick und meine Erfahrungen. 

Den VLOG zum BLOG seht ihr unten auf der Seite oder ihr erreicht ihn über diesen Button:

Was sind die besten Foto-Spots, wenn du Berch­tes­gaden foto­gra­fieren willst?

Das Motiv im Berch­tes­ga­dener Land ist natür­lich der Watz­mann. Mit seiner impo­santen Gestalt ragt er mit 2700 m über Berch­tes­gaden. Ihr solltet also darauf achten, dass ihr zum Zeit­punkt eures Foto-Shoo­tings keine tief­hän­genden Wolken oder zu hohen Nebel zu erwarten habt, sonst seht ihr nämlich nichts vom markanten Gebirge. Am besten seht ihr den Watz­mann in Berch­tes­gaden direkt von der Lock­stein­straße, von der Kirch­leitn Kapelle aus oder an der Maria Gern Kapelle. 

Der Königsee bietet auch schöne Ecken, die sich lohnen zu foto­gra­fieren. Sei es der Maler­winkel oder an der Kirche St. Bartho­lomä, die man mit einer Über­fahrt in einem der typi­schen Boote errei­chen kann. Die Fahrt entlang des einzigen deut­schen “Fjords” ist so oder so ein tolles Erlebnis, fast egal bei welchem Wetter.

Ein weiterer Spot ist die Kirche St. Sebas­tian in Ramsau. Dieser bietet aller­dings außer dem Haupt­motiv wenige bis keine Neben­mo­tive. Wer also auf der Durch­fahrt ist sollte einen Zwischen­stopp einlegen, aber ansonsten ist der Spot nicht sehr “morgen­fül­lend”.

Der Spot schlechthin im Berch­tes­ga­dener Land ist dann natür­lich noch der Hintersee mit dem angren­zenden Zauber­wald. Ob man den Hoch­kalter, Berg­massiv am Hintersee, sieht oder nicht ist ange­sichts der vielen foto­gra­fi­schen Möglich­keiten am Hintersee fast egal, wenn natür­lich eine geniale Licht­stim­mung am Morgen hier vor Ort alles andere schlägt. Für den Zauber­wald kann diffuses Licht und leichter Regen sogar für die perfekte Stim­mung sorgen, in der die Natur beson­ders gut zur Geltung kommt. 

Landschaftsfotografie Berchtesgaden fotografieren: Berchtesgaden mit Nebel, Watzmann mit Gipfel in Schnee und Mond
Berch­tes­gaden mit dem Watz­mann in Schnee | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

Der letzte Tag vor der Abreise — was tun?

Die Woche in Berch­tes­gaden ist schon fast um und immer noch liegt diese winter­liche Kälte in den Tälern und der Schnee der vergan­genen Wochen auf den Bergen um uns herum. Zuge­geben, von den Bergen bekamen wir noch nicht allzu viel zu sehen. Ständig hingen die Wolken auf 2000m, darunter häufig auch Nebel in den Niede­rungen. An sich, kann das foto­gra­fisch ja durchaus inter­es­sant sein, aber nicht, wenn man Berge auf den Bildern sehen möchte. Den Hoch­kalter am Hintersee oder den Watz­mann hinter Berch­tes­gaden. Bereit dazu jeden Augen­blick zu nutzen, wenn er sich bietet schaute ich gespannt auf den Wetter­be­richt für die letzten zwei Morgen in Berchtesgaden.

Es war der Tag vor Ostern und damit der letzte Tag vor unserer Abreise. Oster­sonn­tags sollte es schon wieder nach Hause gehen. Also musste ich diesen Morgen nutzen, um noch irgendwas span­nendes zu foto­gra­fieren. Der Wetter­be­richt sagte für Berch­tes­gaden keine gute Bedin­gungen voraus, einzig am Hintersee, 15 min entfernt mit dem Auto, besteht die kleine Wahr­schein­lich­keit auf eine Wolken­lücke. Ob sie groß genug sein sollte, dass die Sonne auch im rich­tigen Moment durch­kommt, das wird sich zeigen. Die Chance war jeden­falls nicht beson­ders groß. 

Ich würde mich hinterher jeden­falls ärgern, wenn ich es nicht versucht hätte, mehr noch, als wenn ich umsonst aufge­standen wäre, da bin ich mir sicher. Also schlich ich mich aus unserer Feri­en­woh­nung, so gut es ging, und war bereits eine Vier­tel­stunde später am Park­platz am Hintersee. Von unserem Besuch im Schnee­ge­stöber ein paar Tage zuvor, kannte ich den Weg zu den kleinen Inseln im See, auf denen die Bäume wuchsen, die gepaart mit dem Hoch­kalter im Hinter­grund eine tolle Szene abgaben. Schon bei Ankunft war das Berg­massiv zu sehen und die Wolken­decke wirkte “brüchiger” als an den Tagen zuvor. Die Hoff­nung also blieb, viel­leicht ein wenig Licht auf den Berg­gip­feln zu bekommen. 

Welche Brenn­weite am Hintersee?

Ich tauschte mein 24–105(*) gegen mein 16–35(*) an meiner Kamera(*) aus, um das Berg­pan­orama mit auf das Bild zu bekommen. Ein Ort, an dem  24mm einfach nicht ausrei­chen. Selbst die 16 mm fand ich in manchen Kompo­si­tionen echt knapp. An der ersten Posi­tion an der ich mich befand gefiel mir noch nicht ganz das Zusam­men­spiel der einzelnen Elemente. Das Bild war unaus­ge­wogen, kippte in Sachen visu­elle Balance etwas nach rechts. Ein nicht ganz symme­tri­sches Bild, mit dem Haupt­motiv auf einer “Drit­tel­linie” ist ja im Grunde etwas Gutes. Aber es braucht einen entspre­chenden Gegen­spieler oder auch eine ausba­lan­cierte leere Fläche (empty space). Aber das fand ich nicht. Die Anord­nung der Felsen im Wasser, die Insell und ihre Posi­tion zum Hoch­kalter im Hinter­grund. Ich versuchte noch ein paar Dinge, aber merkte schnell, ein paar Schritte weiter, sollte es besser passen. 

Und das tat es. Mehr Möglich­keiten die Inseln zu posi­tio­nieren und vor allen Dingen eine Wurzel, die man herr­lich im Bild­aufbau mit einbringen konnte. Und dann hatte ich sogar ein paar Minuten Glück mit dem Licht, was für 2–3 tolle Aufnahmen reichte. Mehr davon seht ihr im Video unten

Endlich Licht am Hintersee | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

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Abrei­setag: Soll ich oder soll ich nicht?

Gegen Ende unseres Urlaubs hatten wir echt noch ein wenig Glück mit dem Wetter. 5–10 min Morgen­licht reichten am Hintersee für ein paar schöne Bilder und am Tag hatten wir herr­li­chen Sonnen­schein am Königsee für einen Ausflug mit der ganzen Familie inklu­sive Boots­fahrt nach St. Bartho­lomä. Irgendwie immer ein Must-Do, wenn man im Berch­tes­ga­dener Land unter­wegs ist. 

Mit etwas gemischten Gefühlen dann, schaute ich auf den Wetter­be­richt für den Oster­sonntag, unser Abrei­setag. Für die Zeit mit dem besten Licht am Tag, die morgend­liche blaue und goldene Stunde, waren kaum Wolken vorher­ge­sagt. Der Weg des Lichts der Sonne zu den Alpen sollte frei sein. Eine kleine Chance auf ein Morgenrot inklu­sive. Nebel in den Nieder­rungen ist auch sehr wahr­schein­lich. Aber es war eben unser Abrei­setag. Und der Morgen ab Abrei­setag ist immer etwas kritisch. Koffer müssen gepackt werden, die Wohnung aufge­räumt werden, Kinder sind aufge­regt und müssen beschäf­tigt werden. Aber es war die letzte Chance für mich ein Wunsch­foto aufzunehmen. 

Ich sprach mit meiner Frau: Begeis­tert war sie nicht, aber es sollte ja nicht allzu spät werden. Sobald die Sonne aufge­gangen ist, werde ich mich auf die Socken machen, verspro­chen. Also stellte ich den Wecker und hoffte auf die Morgen­stunde am Ostersonntag.

Alpen­glühen an der Schön­feld­spitze | Sony a7 IV + Sony FE 100–400 mm GM

Kirch­leitn Kapelle & Watzmann

Ich fuhr durch die morgend­liche Dämme­rung. Obwohl ich sogar ein paar Minuten früher unter­wegs war, war es bereits heller. Wolken gab es wirk­lich keine zu sehen, dafür aber etwas anderes: den Mond. Und er stand gar nicht schlecht hinter dem Watz­mann. Das gibt ein tolles Bild ab, so oder so. Mit Kapelle oder ohne, denn der Watz­mann zeigte sich. Und er bekam sogar schon etwas Licht ab, was ihn schön plas­tisch, drei­di­men­sional wirken lässt.

Um 6 Uhr des Oster­mor­gens dann läuteten die Glocken der umlie­genden Kirchen den Ostertag ein, da waren einige erste Aufnahmen schon gemacht. Wie die Aufnahmen geworden sind seht ihr hier und im Video auf Youtube!

Kirch­leitn Kapelle im Schnee | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

FAQ: Watz­mann foto­gra­fieren in Kürze

Wann ist die beste Zeit für Watzmann-Fotos? 

Der Favorit der meisten Land­schafts­fo­to­grafen ist wohl der Herbst, da dieser häufig mysti­schen Nebel bietet und der Sonnen­auf­gang den Berg­gipfel in schönes warmes Licht taucht. Mein Bild wurde im Früh­jahr gemacht, weil ich hoffte den Berg­gipfel mit Schnee zu erwi­schen, das kann mitunter fast das ganze Jahr immer mal möglich sein. Gene­rell eignet sich das Sommer­halb­jahr bei Sonnen­un­ter­gang und ‑aufgang. Im Winter, wenn die Land­schaft im Schnee liegt kann es eben­falls traum­haft sein. 

Die Bilder, die ihr hier seht wurden alle zwischen ca. 35 mm und 150 mm Voll­format foto­gra­fiert. Eine Kombi­na­tion von einem 24–70 und einem 70–200 Objektiv lässt hier keine Wünsche offen. Wer auf die nahen Tele­auf­nahmen verzichten kann, dem reicht auch ein 24–105. 

Wenn sich der Watz­mann nicht zeigt, dann würde ich mein Glück am Hintersee versu­chen. Der angren­zende Zauber­wald oder auch verschie­dene Motive im und am See bieten immer Möglich­keiten für ein beson­ders Foto. In Ramsau oder den Kapellen rund um Berch­tes­gaden muss schon das Wetter etwas mitspielen. 

VLOG zum BLOG

Der Früh­ling startet durch. Überall blüht es und es beginnt grüner zu werden. Mit der Familie geht es nach Berch­tes­gaden, ein paar schöne Tage in den Bergen und am Königsee genießen. Nebenbei ein paar schöne Land­schafts­fotos schießen, mit den berühmten Motiven im Süden von Bayern. So der Plan. Doch dann, über Nacht, 15 cm Neuschnee. Begleite mich in meinem Video zu einigen der bekann­testen Spots Deutsch­lands im Winter­ein­bruch im April.

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