Berchtesgaden fotografieren: Welche Spots lohnen am meisten?
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Was sind die besten Foto-Spots, wenn du Berchtesgaden fotografieren willst?
Das Motiv im Berchtesgadener Land ist natürlich der Watzmann. Mit seiner imposanten Gestalt ragt er mit 2700 m über Berchtesgaden. Ihr solltet also darauf achten, dass ihr zum Zeitpunkt eures Foto-Shootings keine tiefhängenden Wolken oder zu hohen Nebel zu erwarten habt, sonst seht ihr nämlich nichts vom markanten Gebirge. Am besten seht ihr den Watzmann in Berchtesgaden direkt von der Locksteinstraße, von der Kirchleitn Kapelle aus oder an der Maria Gern Kapelle.
Der Königsee bietet auch schöne Ecken, die sich lohnen zu fotografieren. Sei es der Malerwinkel oder an der Kirche St. Bartholomä, die man mit einer Überfahrt in einem der typischen Boote erreichen kann. Die Fahrt entlang des einzigen deutschen „Fjords“ ist so oder so ein tolles Erlebnis, fast egal bei welchem Wetter.
Ein weiterer Spot ist die Kirche St. Sebastian in Ramsau. Dieser bietet allerdings außer dem Hauptmotiv wenige bis keine Nebenmotive. Wer also auf der Durchfahrt ist sollte einen Zwischenstopp einlegen, aber ansonsten ist der Spot nicht sehr „morgenfüllend“.
Der Spot schlechthin im Berchtesgadener Land ist dann natürlich noch der Hintersee mit dem angrenzenden Zauberwald. Ob man den Hochkalter, Bergmassiv am Hintersee, sieht oder nicht ist angesichts der vielen fotografischen Möglichkeiten am Hintersee fast egal, wenn natürlich eine geniale Lichtstimmung am Morgen hier vor Ort alles andere schlägt. Für den Zauberwald kann diffuses Licht und leichter Regen sogar für die perfekte Stimmung sorgen, in der die Natur besonders gut zur Geltung kommt.
Der letzte Tag vor der Abreise — was tun?
Die Woche in Berchtesgaden ist schon fast um und immer noch liegt diese winterliche Kälte in den Tälern und der Schnee der vergangenen Wochen auf den Bergen um uns herum. Zugegeben, von den Bergen bekamen wir noch nicht allzu viel zu sehen. Ständig hingen die Wolken auf 2000m, darunter häufig auch Nebel in den Niederungen. An sich, kann das fotografisch ja durchaus interessant sein, aber nicht, wenn man Berge auf den Bildern sehen möchte. Den Hochkalter am Hintersee oder den Watzmann hinter Berchtesgaden. Bereit dazu jeden Augenblick zu nutzen, wenn er sich bietet schaute ich gespannt auf den Wetterbericht für die letzten zwei Morgen in Berchtesgaden.
Es war der Tag vor Ostern und damit der letzte Tag vor unserer Abreise. Ostersonntags sollte es schon wieder nach Hause gehen. Also musste ich diesen Morgen nutzen, um noch irgendwas spannendes zu fotografieren. Der Wetterbericht sagte für Berchtesgaden keine gute Bedingungen voraus, einzig am Hintersee, 15 min entfernt mit dem Auto, besteht die kleine Wahrscheinlichkeit auf eine Wolkenlücke. Ob sie groß genug sein sollte, dass die Sonne auch im richtigen Moment durchkommt, das wird sich zeigen. Die Chance war jedenfalls nicht besonders groß.
Ich würde mich hinterher jedenfalls ärgern, wenn ich es nicht versucht hätte, mehr noch, als wenn ich umsonst aufgestanden wäre, da bin ich mir sicher. Also schlich ich mich aus unserer Ferienwohnung, so gut es ging, und war bereits eine Viertelstunde später am Parkplatz am Hintersee. Von unserem Besuch im Schneegestöber ein paar Tage zuvor, kannte ich den Weg zu den kleinen Inseln im See, auf denen die Bäume wuchsen, die gepaart mit dem Hochkalter im Hintergrund eine tolle Szene abgaben. Schon bei Ankunft war das Bergmassiv zu sehen und die Wolkendecke wirkte „brüchiger“ als an den Tagen zuvor. Die Hoffnung also blieb, vielleicht ein wenig Licht auf den Berggipfeln zu bekommen.
Welche Brennweite am Hintersee?
Ich tauschte mein 24–105(*) gegen mein 16–35(*) an meiner camera(*) aus, um das Bergpanorama mit auf das Bild zu bekommen. Ein Ort, an dem 24mm einfach nicht ausreichen. Selbst die 16 mm fand ich in manchen Kompositionen echt knapp. An der ersten Position an der ich mich befand gefiel mir noch nicht ganz das Zusammenspiel der einzelnen Elemente. Das Bild war unausgewogen, kippte in Sachen visuelle Balance etwas nach rechts. Ein nicht ganz symmetrisches Bild, mit dem Hauptmotiv auf einer „Drittellinie“ ist ja im Grunde etwas Gutes. Aber es braucht einen entsprechenden Gegenspieler oder auch eine ausbalancierte leere Fläche (empty space). Aber das fand ich nicht. Die Anordnung der Felsen im Wasser, die Insell und ihre Position zum Hochkalter im Hintergrund. Ich versuchte noch ein paar Dinge, aber merkte schnell, ein paar Schritte weiter, sollte es besser passen.
Und das tat es. Mehr Möglichkeiten die Inseln zu positionieren und vor allen Dingen eine Wurzel, die man herrlich im Bildaufbau mit einbringen konnte. Und dann hatte ich sogar ein paar Minuten Glück mit dem Licht, was für 2–3 tolle Aufnahmen reichte. Mehr davon seht ihr im Video unten.
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Abreisetag: Soll ich oder soll ich nicht?
Gegen Ende unseres Urlaubs hatten wir echt noch ein wenig Glück mit dem Wetter. 5–10 min Morgenlicht reichten am Hintersee für ein paar schöne Bilder und am Tag hatten wir herrlichen Sonnenschein am Königsee für einen Ausflug mit der ganzen Familie inklusive Bootsfahrt nach St. Bartholomä. Irgendwie immer ein Must-Do, wenn man im Berchtesgadener Land unterwegs ist.
Mit etwas gemischten Gefühlen dann, schaute ich auf den Wetterbericht für den Ostersonntag, unser Abreisetag. Für die Zeit mit dem besten Licht am Tag, die morgendliche blaue und goldene Stunde, waren kaum Wolken vorhergesagt. Der Weg des Lichts der Sonne zu den Alpen sollte frei sein. Eine kleine Chance auf ein Morgenrot inklusive. Nebel in den Niederrungen ist auch sehr wahrscheinlich. Aber es war eben unser Abreisetag. Und der Morgen ab Abreisetag ist immer etwas kritisch. Koffer müssen gepackt werden, die Wohnung aufgeräumt werden, Kinder sind aufgeregt und müssen beschäftigt werden. Aber es war die letzte Chance für mich ein Wunschfoto aufzunehmen.
Ich sprach mit meiner Frau: Begeistert war sie nicht, aber es sollte ja nicht allzu spät werden. Sobald die Sonne aufgegangen ist, werde ich mich auf die Socken machen, versprochen. Also stellte ich den Wecker und hoffte auf die Morgenstunde am Ostersonntag.
Kirchleitn Kapelle & Watzmann
Ich fuhr durch die morgendliche Dämmerung. Obwohl ich sogar ein paar Minuten früher unterwegs war, war es bereits heller. Wolken gab es wirklich keine zu sehen, dafür aber etwas anderes: den Mond. Und er stand gar nicht schlecht hinter dem Watzmann. Das gibt ein tolles Bild ab, so oder so. Mit Kapelle oder ohne, denn der Watzmann zeigte sich. Und er bekam sogar schon etwas Licht ab, was ihn schön plastisch, dreidimensional wirken lässt.
Um 6 Uhr des Ostermorgens dann läuteten die Glocken der umliegenden Kirchen den Ostertag ein, da waren einige erste Aufnahmen schon gemacht. Wie die Aufnahmen geworden sind seht ihr hier und im Video auf Youtube!
FAQ: Watzmann fotografieren in Kürze
Wann ist die beste Zeit für Watzmann-Fotos?
Der Favorit der meisten Landschaftsfotografen ist wohl der Herbst, da dieser häufig mystischen Nebel bietet und der Sonnenaufgang den Berggipfel in schönes warmes Licht taucht. Mein Bild wurde im Frühjahr gemacht, weil ich hoffte den Berggipfel mit Schnee zu erwischen, das kann mitunter fast das ganze Jahr immer mal möglich sein. Generell eignet sich das Sommerhalbjahr bei Sonnenuntergang und ‑aufgang. Im Winter, wenn die Landschaft im Schnee liegt kann es ebenfalls traumhaft sein.
Welches Objektiv für den Watzmann?
Die Bilder, die ihr hier seht wurden alle zwischen ca. 35 mm und 150 mm Vollformat fotografiert. Eine Kombination von einem 24–70 und einem 70–200 Objektiv lässt hier keine Wünsche offen. Wer auf die nahen Teleaufnahmen verzichten kann, dem reicht auch ein 24–105.
Was, wenn sich der Watzmann nicht zeigt?
Wenn sich der Watzmann nicht zeigt, dann würde ich mein Glück am Hintersee versuchen. Der angrenzende Zauberwald oder auch verschiedene Motive im und am See bieten immer Möglichkeiten für ein besonders Foto. In Ramsau oder den Kapellen rund um Berchtesgaden muss schon das Wetter etwas mitspielen.
VLOG to the BLOG
Der Frühling startet durch. Überall blüht es und es beginnt grüner zu werden. Mit der Familie geht es nach Berchtesgaden, ein paar schöne Tage in den Bergen und am Königsee genießen. Nebenbei ein paar schöne Landschaftsfotos schießen, mit den berühmten Motiven im Süden von Bayern. So der Plan. Doch dann, über Nacht, 15 cm Neuschnee. Begleite mich in meinem Video zu einigen der bekanntesten Spots Deutschlands im Wintereinbruch im April.
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