Berch­tes­gaden: Früh­ling geplant, Winter bekommen

Endlich Berch­tes­gaden. Endlich Urlaub. Die ersten warmen Sonnen­strahlen einfangen und nebenbei den Früh­ling in den Alpen foto­gra­fieren. Doch dann das. Will­kommen in der Realität. Statt blühender Wiesen gab es über Nacht 15 Zenti­meter Neuschnee und ein komplettes ‚Winter Wonder­land‘. Das hatte ich eigent­lich anders geplant und anstelle des Erwa­chen des Früh­lings zu doku­men­tieren stapfte ich jetzt mit meiner Winter­aus­rüs­tung durch den Schnee. Die Natur hatte eben andere Pläne – und uns kurzer­hand zurück in den tiefsten Winter geschickt. 

Gear:

Sony a7IV
Sony FE 2.8/16–35 mm GM
Sony FE 4/24–105 mm G
Sony FE 100–400 mm GM
DJI Mini 3 Pro

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St. Sebas­tian von Ramsau

„Ah, da vorne steht sie, die Kirche St. Sebas­tian“, sagte ich zu mir, als nur wenige Zenti­meter entfernt das erste Streu­fahr­zeug an mir vorbei durch die Haupt­straße Ramsaus rauscht. Wow, ich hatte wirk­lich andere Vorstel­lungen an diesen Fami­li­en­ur­laub und eigent­lich auch ganz andere Bilder im Kopf, die ich in Berch­tes­gaden machen wollte. St. Sebas­tian im Schnee? Das hatte ich nicht auf dem Schirm. 

Aber egal, dieses Wetter kam jetzt nicht völlig über­ra­schend und wir haben uns darauf einge­stellt. Wir hatten dicke Klamotten einge­packt, ich hatte meine Winter­aus­rüs­tung dabei, also konnte nichts schief gehen. Außer natür­lich die Suppe würde die ganze Woche so dicht sein und wir bekämen die umlie­genden Berge, wie den Hoch­kalter oder den Watz­mann gar nicht zu Gesicht. Das wäre foto­gra­fisch, aber auch so, ziem­lich enttäuschend. 

Ich hatte den Wecker so einge­stellt, dass mir genü­gend Zeit in der Blauen Stunde bleiben sollte, die Kirche, die zentral in Ramsau  gelegen ist, foto­gra­fieren zu können. Parken kann man eigent­lich fast direkt am Spot am Stra­ßen­rand. Ich musste nur ein paar Meter hin zur Brücke  durch den Schnee laufen. Die Straßen waren bis dato nicht gestreut und teil­weise voll unter Neuschnee. Für mich als geübter Fahrer im Winter bei Schnee kein Problem. Andere hätten sich viel­leicht nicht so recht getraut, aber machbar war es allemal, vor allen Dingen, wenn man sich einige Minuten Zeit einräumt. 

Für das Bild der Kirche war die Entschei­dung jeden­falls genau richtig so früh am Spot zu sein. Auch wenn die Dunkel­heit und die damit verbun­dene lange Belich­tungs­zeit den fallenden Schnee komplett unsichtbar werden ließ, so entstand zwischen der Licht­stim­mung der Blauen Stunde und dem warmen Licht der Stra­ßen­la­ternen ein wunderbar stim­miges Gesamt­bild. Aller­dings erst durch die Bild­be­ar­bei­tung. Insge­samt 3 verschie­dene Farben hatten die Lichter in Ramsau zu bieten. Fast schon grün­lich, weiß strahlten die Stra­ßen­la­ternen, warmes orange-rot durch einen Strahler an der linken Seite der Brücke und dann noch das neutra­lere warm-weiß der Kirchen­be­leuch­tung. Um ein rundes Bild zu bekommen, musste ich also ganz schön an den Farb­reg­lern und Masken Hand anlegen. Das Ergebnis jeden­falls ist traumhaft. 

Blaue Stunde an der Kirche St. Sebas­tian | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

Hintersee im Schnee

Nach getaner Arbeit, ging es zum Früh­stück zurück zur Unter­kunft, in der meine Familie auf mich wartete. Der weitere Vormittag führte uns hoch zum Hintersee. Dort verstärkte sich der heftige Schnee­fall sogar noch etwas und wir konnten eine wirk­lich beson­dere Winter­stim­mung an einem der schönsten Seen Deutsch­lands einfangen. Nicht jedem würde das gefallen, ich fand’s zumin­dest span­nend. In dem Weiß und Grau des Winters kam aller­dings das beson­dere Grün des Sees nicht zur Geltung, dafür aber andere span­nende Szenen, die an einem „normalen“ Tag so viel­leicht  weniger fotogen gewesen wären. Dennoch war es im Schnee­sturm nicht einfach mit den Kindern voran­zu­kommen und es blieb nicht all zu viel Zeit Bilder aufzunehmen. 

Teil­weise verstärkte sich der Schnee­fall sogar auf eine Menge, dass man das gegen­über­lie­gende Ufer nicht mehr sehen konnte. Dies führte aller­dings zu tollen schönen mini­ma­lis­ti­schen Bildern, so wie dieses von einer der bekannten Fels­in­seln des Hintersees. 

White out at Hintersee | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

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Kirch­leitn Kapelle & Watzmann

Der nächste Morgen führte mich dann hoch auf einen Hügel über Berch­tes­gaden selbst, um dort ein ganz berühmtes Motiv zu foto­gra­fieren: Die Kirch­leitn Kapelle. Im Duett mit dem im Hinter­grund normal zu sehenden Watz­mann ergeben sich wunder­schöne Bilder. Das Problem: Der Watz­mann wollte sich nicht zeigen. 

Eigent­lich hätte es auch passen können. Nebel im Tal war vorher­ge­sagt und die Wolken­un­ter­seite auf zwischen 2500 und 3000 m geschätzt. Aber sie lag wohl eher bei 2300m. Der Watz­mann also war einge­hüllt und kam nicht zum Vorschein. Ein wenig enttäu­schend. Im Schnee mit Watz­mann und der tollen Stim­mung im Tal, wäre sicher­lich ein außer­ge­wöhn­lich schönes Foto heraus­ge­kommen, so aber war das beste was ich heraus­holen konnte eine Aufnahme von der Kirch­leitn selbst.

Nach einiger Zeit, stehend im tiefen Schnee zog ich wieder ab. Es sollte nicht mein letzter Versuch in dieser Woche bleiben. Ich wollte unbe­dingt noch ein Bild mit der Kirch­leitn Kapelle und dem Watzman foto­gra­fieren, ob es mir gelungen ist, seht ihr in der nächsten Episode in einer Woche. Viel­leicht kehrt etwas Glück mit dem Wetter zurück und ich kann mein Wunsch­foto noch fotografieren. 

Kirch­leitn Kapelle im Schnee | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

VLOG to the BLOG

Der Früh­ling startet durch. Überall blüht es und es beginnt grüner zu werden. Mit der Familie geht es nach Berch­tes­gaden, ein paar schöne Tage in den Bergen und am Königsee genießen. Nebenbei ein paar schöne Land­schafts­fotos schießen, mit den berühmten Motiven im Süden von Bayern. So der Plan. Doch dann, über Nacht, 15 cm Neuschnee. Begleite mich in meinem Video zu einigen der bekann­testen Spots Deutsch­lands im Winter­ein­bruch im April.

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