So gelingen dir mini­ma­lis­ti­sche Waldaufnahmen

Mini­ma­lis­ti­sche Wald­auf­nahmen sind alles andere als lang­weilig. Sie können eine unglaub­liche Ruhe und Entspan­nung ausstrahlen, aber dennoch einiges zum Entde­cken bieten. Doch wie schafft man es, solche Bilder mit dem Foto fest­zu­halten? Eignen sich die kahlen Wälder der späten Winter­zeit dafür? In diesem Blog­post gehe ich diesen Fragen auf den Grund und gebe dir hilf­reiche Tipps, wie auch dir tolle mini­ma­lis­ti­sche Wald­auf­nahmen gelingen können. 

Ausrüs­tung:

Sony a7III
Sony FE 4/24–105 mm G OSS
Sony FE 100–400 mm GM
DJI Mini 3 Pro

Der späte Winter, oder auch das frühe Früh­jahr, ist häufig beson­ders trist und lädt in unseren Breiten selten zu Foto­aus­flügen in die Natur ein. Dabei kann gerade diese Tris­tesse doch für wunder­schöne mini­ma­lis­ti­sche Aufnahmen im Wald sorgen, dachte ich mir, als ich an diesem Morgen mit erfreu­lich dichtem Nebel in einen nahe­ge­le­genen Buchen­wald fuhr. Wie ich die Aufnahmen dieses Blog-Beitrags aufge­nommen habe, könnt ihr euch am Ende des Beitrags im Video anschauen.

Buchen­waldweg | Sony a7III + Sony FE 100–400 mm GM @ 173 mm, f/8, 1/5 Sek., ISO 400

Worauf soll­test du achten?

Die Wahl der Loca­tion ist bei dieser Art von Wald­auf­nahmen beson­ders wichtig. Um mini­ma­lis­ti­sche Aufnahmen zu erstellen, dürfte ein Buchen­wald beson­ders gut geeignet sein. Die dunklen, geraden, lang­ge­zo­genen Stämme der Buchen finde ich gera­dezu ideal. Sicher kommen aber auch andere Wald­szenen noch in Frage.

Sucht zwischen den lang­ge­zo­genen geraden Bäumen, nach außer­ge­wöhn­li­chen Elementen. Bäume die “aus der Reihe tanzen”, schräg liegen oder eine beson­dere Form haben. Viel­leicht findet sich noch ein kleines Bäum­chen oder einen Ast, der als einziger noch Blätter des letzten Jahres trägt, in Mitten der kahlen Natur.

Eleganz | Sony a7III + Sony FE 100–400 mm GM @ 274 mm, f/8, 1/25 Sek., ISO 400

Redu­ziert die Szene so weit es geht, aber achtet darauf, dass ihr nicht nur das Motiv alleine foto­gra­fiert. Ohne Kontext kann das beste Motiv einfach nur lang­weilig wirken. Ein geschwun­gener Baum wirkt nur dann beson­ders, wenn um ihn viele Bäume mit geradem Wuchs stehen. Oder achtet darauf, ob zwei oder mehrere Bäume mitein­ander im Verhältnis stehen. Ein Kontext kann aber natür­lich auch einmal leerer Raum sein, sollte ein Baum beson­ders frei stehen.

Gehalten | Sony a7III + Sony FE 100–400 mm GM @ 253 mm, f/8, 1/20 Sek., ISO 400

Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob mehr oder weniger in der Szene Sinn ergibt, macht mehrere Aufnahmen. Zur Not könnt ihr in der Bild­be­ar­bei­tung immer noch croppen (zuschneiden). Traut euch dabei ruhig mal, mehr als üblich weg zu nehmen. Sobald die Bild­aus­sage aber unklar wird, habt ihr vermut­lich zu stark gecroppt.

Vergesst für mini­ma­lis­ti­sche Aufnahmen das Weit­win­kel­ob­jektiv. Vermut­lich wird es viel zu viel der Szene auf den Sensor packen. Eine mini­ma­lis­ti­sche Aufnahme gelingt deut­lich leichter mit einer Brenn­weite im Telebereich.

Zwist | Sony a7III + Sony FE 100–400 mm GM @ 253 mm, f/8, 1/13 Sek., ISO 400

Diese und alle andere Aufnahmen dieses Beitrags kannst du unter “Prints” als Kunst­druck für deine Wand zu Hause direkt bei mir anfragen. 

Hilf­reiche Wetterverhältnisse

Bestimmte Wetter­ver­hält­nisse helfen natür­lich solch mini­ma­lis­ti­sche Aufnahmen zu erstellen. Ideal­be­din­gungen dürfte ein richtig schöner dichter Nebel sein. Aber auch Dunst oder Regen kann helfen eine Szene zu redu­zieren. Solche Wetter­be­din­gungen erzeugen neben der detail­re­du­zierten Szene zudem eine ganz beson­dere Stim­mung im Bild.

Venen | Sony a7III + Sony FE 100–400 mm GM @ 333 mm, f/9, 1/60 Sek., ISO 400
Die Hand des Toten | Sony a7III + Sony FE 100–400 mm GM @ 200 mm, f/9, 1/100 Sek., ISO 400

Natür­lich kann man auch in jeder anderen Jahres­zeit mini­ma­lis­ti­sche Aufnahmen erstellen. Auch bei nicht idealen Bedin­gungen. Achtet darauf, dass ihr starke Kontraste erhaltet. Gegen­licht­si­tua­tionen können Bäume zu Silhou­etten werden lassen, die gänz­lich nur auf ihre Form redu­ziert sind. Oder versucht das Bild in den Farben zu redu­zieren. Das ist bspw. im Sommer-Wald kein sonder­li­ches Problem.

Ist es feucht, dann testet auf jeden Fall den Einsatz eines Polfil­ters. Er hilft den Glanz auf Blät­tern zu redu­zieren und bringt die Farben zum leuchten.

Flaking | Sony a7III + Sony FE 4/24–105 mm G OSS @ 60 mm, f/9, 1/80 Sek., ISO 400
Flaking II | Sony a7III + Sony FE 100–400 mm GM @ 100 mm, f/9, 1/40 Sek., ISO 400

Eine weitere Möglich­keiten Details zu redu­zieren, um ein Bild mini­ma­lis­ti­scher werden zu lassen besteht darin andere Tech­niken zu nutzen, wie beispiels­weise ICM (Inten­tional Camera Move­ment). Dabei wird die Kamera während der Belich­tungs­zeit bewusst bewegt. Dies erfor­dert einiges an Übung und erzeugt viele Bilder, von denen nur die wenigsten Verwen­dung finden. 

Sony a7III + Sony FE 100–400 mm GM @ 185 mm, f/8, 1/10 Sek., ISO 400

VLOG zum BLOG

In meinem Youtube-Video “Mini­ma­lis­ti­sche Wald­auf­nahmen — So gelingt’s!” zeige ich dir, wie ich die mini­ma­lis­ti­schen Wald­auf­nahmen dieses Beitrags aufge­nommen habe und ihr seht, wie ich diese Tipps in der Praxis umge­setzt habe. Schau rein und lass dich inspi­rieren! Kommen­tiere gerne, was dir noch an hilf­rei­chen Tipps einfallen und lass ein Abo da! Ich freue mich!

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