Lofoten fotografieren — Teil 5: Goldenes Licht und Eiseskälte
Ausrüstung:
Sony a7IV
Sony a6700
Sony FE 2.8/16–35 mm GM
Sony FE 4/24–105 mm G
Sony FE 100–400 mm GM
Den VLOG zum BLOG seht ihr unten auf der Seite oder ihr erreicht ihn über diesen Button:
Mount Olstinden
Die Morgenstimmungen auf den Lofoten waren echt einfach jeden Tag so genial. Jetzt standen wir da, im Schnee, vor dem ruhigen Wasser und dem Mount Olstinden am Fjord. Eigentlich war keine Wolke am Himmel, gähnende Leere und doch war das Licht so charmant zu dem massivem Berg. Die Farben, einfach so wunderbar harmonisch zu einander. Also wer da kein schönes Bild hinbekommt, dann weiß ich auch nicht, sagte ich zu mir. Hier an der Stelle war es zudem auch noch sehr windstill, was es wirklich angenehm machte, obwohl es sonst ein echt eisiger Tag war. Wir machten an dieser Stelle einige Weitwinkelaufnahmen und schraubten mit ND-Filtern die Belichtungszeit nach oben, um das Wasser wunderbar glatt zu bekommen. Eigentlich konnte ich jede Aufnahme des Morgens verwenden. Keine einzige schlechte dabei.
Neben meinen Weitwinkelaufnahmen, nahm ich auch noch ein paar Aufnahmen mit dem Teleobjektiv auf Außerdem habe ich eine Aufnahme im Gegenlicht versucht, bei der ich einen Sonnenstern erzwungen habe, in dem ich die Blende auf f/16 schloss und mich so positionierte, dass das Licht der Sonne an der Kante zu einem der Häuser im Vordergrund brechen konnte. Außerdem, auf Grund der harten Lichtsituation mit großer Dynamik arbeitete ich vom Stativ mit einer HDR-Aufnahme, so dass alle Details im hellen, wie im dunklen erhalten werden konnten. Jedoch alle Aufnahmen, wenn sie auch schön sind, nicht so schön, wie die wunderbare Stille, die diese Szene des Mount Olstinden ausstrahlte.
Die gelben Häuser von Sakrisøy
Nur einen Sprung entfernt liegt Sakrisøy mit seinen typisch gelb, oder ockerfarbenen Häusern. Wir wussten, dass wir hier einige Zeit verbringen würden und konnten uns so mit vielen verschiedenen Perspektiven beschäftigen. Doch nicht nur das Suchen von Perspektiven auch mit dem Experimentieren von langen und kurzen Belichtungszeiten beschäftigten wir uns etwas, bis wir später auf den Hügel am Fjord laufen wollten. Und natürlich sahnten wir auch alle Aufnahmen ab, wegen denen die “normalen” Touristen hier her kommen.
Bei diesem Licht und diesen Bedingungen wurden die ND-Filter zu einem guten Freund. Mit der längeren Belichtungszeit konnte man so etwas mehr Ruhe ins Bild bringen. Und selbst bei der Aufnahme eines Panoramas halfen die Filter die Spiegelung des Berges etwas hervor zu bringen.
Nach dem wir unsere Aufnahmen auf Augenhöhe von den Häusern Sakrisoys gemacht hatten, sollte es nach oben auf den Hügel gehen. Es stellten sich wunderschöne fotografische Bedingungen ein, nur der Wind sollte abermals mein Mikrofon in die Knie zwingen.
Obwohl es mitten am Tag war, sorgte die tiefstehende Wintersonne für schönes Licht und begann die Wolken golden einzufärben. So formte sie auch die Berglandschaft zunehmend plastischer und es ergaben sich wieder neue Möglichkeiten für tolle Fotos. Manchmal muss man eben nur ein klein wenig Zeit mitbringen.
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Der Blick über Sakrisøy
Der Weg hinauf auf den Aussichtspunkt, von dem aus man wunderschön über Sakrisøy blicken kann, ist eigentlich nicht besonders steil und anstrengend, allerdings kann er im Winter bei Schnee und Eis etwas schwierig werden. Hierfür ist es unbedingt empfehlenswert sogenannte Crampons unter den Schuhen anzuziehen, mit denen ihr auf Eis und Schnee deutlich mehr Grip habt. Wer Crampons noch nicht kennt, ich habe sie unten in der Videobeschreibung verlinkt.
Man kann sie über die Schuhe ziehen und sobald man sie nicht mehr benötigt in wieder in den Rucksack packen, das sie nicht all zu scher sind. Aber ihr seht, dass der Weg hierauf vereist sein kann.
Schon auf halber Höhe hinauf zum Aussichtspunkt hat man noch einmal die Möglichkeit auf ein paar Aufnahmen. Also nicht nur hinauf spurten, sondern auch von halber Höhe einmal den Blick um euch herum wagen und die ein oder andere Aufnahme mitnehmen.
Oben angekommen genossen wir trotz des Windes die — wenn auch nur leicht — wärmende Sonne und natürlich die Aussicht über Sakrisøy. Etwas, dass sich von hier oben anbietet ist die Aufnahme eines Panoramas. Nehmt hierbei ruhig etwas mehr von der Umgebung auf, wegschneiden funktioniert hinterher immer noch besser, als generativ zu erweitern, glaubt mir. Achtet außerdem darauf, dass eure Kamera perfekt ausgerichtet ist, so dass kein krummen Horizonte beim Zusammensetzten in der Bildbearbeitung entstehen.
Die steinerne Wand
Für den Sonnenuntergang wollten wir an diesem Abend das wohlbekannte Nusfjord besuchen. Ein Museumsdorf, das an einem engen Fjord liegt, der perfekt nach Süden ausgerichtet ist. Mit etwas Glück beim Wetter könnte das richtig gut werden, hatten wir die Hoffnung. Da die Tage recht schnell vorbei gehen, mussten wir uns also ein wenig sputen.
Es lagen einige Minuten fahrt zwischen Sakrisøy und Nusfjord und wieder einmal spürten wir, wie schnell sich das Licht und das Wetter im Norden ändern kann. Eben noch in Sakrisøy in der wunderschönen Mittagssonne gestanden, schon kamen über der steinernen Wand auf dem Weg Richtung Nusfjord bunte Sonnenuntergangswolken auf. Wir hatten verdammtes Glück, dass wir diese in den ersten Aufnahmen noch mit aufnehmen konnten, denn schon wenige Augenblicke später verschwanden die rosa Wolken hinter den Bergen.
Nusfjord
Nusfjord präsentierte sich als zugeschneites, eisig kaltes und zudem sehr zugiges Loch. Aber die Atmosphäre dieses Ortes hat schon etwas für sich. Der exakt nach Süden ausgerichtete Fjord bietet im Winter, wenn sich die Sonne zum ersten mal zeigt, die Möglichkeit gleichzeitig ein Sonnenaufgang- als auch Sonnenuntergangs-Spot zu sein, da das Licht quasi ideal in den Fjord leuchtet.
Der Wind zog hier wieder kräftiger über den Hügel, von dem aus man einen tollen Blick auf Nusfjord und den dahinterliegenden Berg hat. Teilweise hatte ich sogar bedenken, mein doch schon stabiles Stativ ohne festhalten stehen zu lassen, da es immer wieder zu Windböen kam.
Mein Plan war von hier ein ziemlich weitwinkliges Bild zu machen. Da 16 mm an diesem Ort echt knapp sind, entschloss ich mich auch dazu ein paar Panoramaaufnahmen anzufertigen. Eigentlich wollte ich hier warten, bis sich das Licht der blauen Stunde, mit der Beleuchtung im Ort im Einklang sein sollte. Allerdings war es auf dem Hügel sehr unangenehm kalt und das Licht ändert sich hier oben im Norden in der blauen Stunde nur sehr sehr langsam. Und wie ich oben auf dem Hügel stand und beobachtete, so fielen mir unten im Ort einige weitere mögliche Perspektiven im Ort auf.
Nach dem ich ein wenig mit mir gerungen hatte, entschied ich mich dann dafür oben auf dem Hügel abzubrechen und nach einigen schönen Bildern im Ort zu suchen. Jetzt, wo ich die Ergebnisse bereits kenne, muss ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war.
Nusfjord Hafen
Mit dem letzten Bild (unten) war ich dann äußerst zu frieden, für mich persönlich eine der schönsten Perspektiven hier im Ort, die schön den Verlauf des Fjords zeigt und die schönen Gebäude im Licht der blauen Stunde.
Wir mussten Nusfjord dann auch schon wieder verlassen, um rechtzeitig an der Tunneldurchfahrt zu sein. Denn sollten wir zu spät sein, hätten wir nur noch drei Durchfahrten innerhalb der Nacht gehabt. Zudem wurde der Wind kräftiger und immer eisiger, so dass wir natürlich gerne ins warme Auto setzten und uns auf den Weg zurück zur Unterkunft machten. Doch noch war nicht ganz Zeit ins Bett zu gehen. Die Nordlichter zeigten sich in der Nacht noch einmal und Amit und ich zogen los nach Uttakleiv, um sie zu fotografieren. Wir hatten tolle Nordlichter, allerdings auch einen eisig kalten Wind bei Minus Siebzehn Grad Celsius. Ein Glück hielten sich die Nordlichter nicht länger als eine halbe Stunde. So kamen wir doch noch zu ausreichend Schlaf im warmen Bett.
VLOG zum BLOG
Begleite mich beim Fotografieren auf den Lofoten! In dieser zweiten Episode meiner Serie besuchen wir Skagsanden, Ramberg und Vikten. Außerdem zeige ich euch, wie ihr die Farben des hohen Nordens aus euren RAWs wieder herausholt.
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