Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Fokussierung die es zu unterscheiden gilt:
1. Manueller Fokus
2. Auto-Fokus (Automatischer Fokus)
Funktionsweise des zu erst genannten dürfte klar sein. Die Einstellung, in welcher Tiefenebene des Bild scharf dargestellt wird, entscheidet der Fotograf, bzw. muss von ihm eingestellt werden. Diese Option ist langsam, richtig angewandt in bestimmten Situationen aber durchaus hilfreich, evtl. sogar notwendig und kann eben auch sehr präzise sein. Wie man damit arbeitet, erfahrt ihr auf einer späteren Seite. Außerdem sind die Anwendungsfälle eher seltener, d.h. für die meisten eurer Fotografien zu Beginn nicht notwendig. Deshalb werden wir uns zuerst, um den Autofokus kümmern. 
Beim Autofokus müssen wir uns nicht (oder sagen wir weniger) um die Scharfstellung, der Fokussierung, unseres Motivs kümmern, dies übernimmt die Kamera für uns. Dies geht soweit, dass moderne Systemkameras sogar einen Augenautofokus bieten, der bei Mensch und Tier exakt auf das Auge scharfstellt. 
Wie die Fokussierung technisch funktioniert, sollte uns erst einmal nicht interessieren. Für Interessierte, die im Internet einmal danach recherchieren möchten, sollten nach den Begriffen Kontrast-Autofokus, bzw. Phasen-Autofokus suchen.
Fokussierungs-Einstellungen an der Kamera
Gehen wir durch die verschiedenen Ebenen der Einstellmöglichkeiten der Fokussierung an der Kamera, so sollten wir und zuerst um den Fokusmodus kümmern. Hier gibt es:
- AF-S
- AF-A
- AF-C
- DMF
- MF
AF-S: Der sogenannte Einzelbild-Autofokus (S wie Single). Dieser Modus ist die Wahl für statische Motive, die sich nicht bewegen. Die Kamera fokussiert und speichert den Fokus für die Aufnahme des Bildes. 
AF-A: Der automatische Autofokus wechselt, wie der Name schon sagt, automatisch zwischen Einzelbild- und Nachführ-Autofokus. Beim Fokussieren erkennt die Kamera, ob sich das Motiv bewegt oder stillsteht und speichert entsprechend den Fokus für die Bildaufnahme oder führt den Fokus nach, bei Bewegung des Motivs. Wird eine Serienaufnahme bei durchgedrücktem Auslöser angefertigt, wechselt dieser Modus automatisch auf den Nachführ-Autofokus.
AF-C: Der Nachführ-Autofokus hat sein C von dem englischen Wort "continuous", ist also kontinuierlicher Autofokus. Bei einem sich bewegenden Motiv führt die Kamera bei der Fokussierung den Fokus kontinuierlich nach. Besonders effizient mit dem Augen-Autofokus, da dadurch immer auf das Auge scharfgestellt wird, selbst bei Bewegung. 
DMF: Direkter Manuellfokus. Bei diesem Fokusmodus kann man nach der automatischen Fokussierung noch manuell über den Fokusring eine weitere Feineinstellung vornehmen. Dadurch kann man schneller auf ein Motiv fokussieren, als mit dem normalen Manuellen Fokus und hat trotzdem noch die "Vorteile" des manuellen Fokussierens. Hilfreich bspw. bei Makroaufnahmen oder Tele-Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen.
MF: Dies ist der Manuelle Fokus. Meist kann man diesen auch über einen Schalter am Objektiv aktivieren. Das Scharfstellen ist nur über den Fokus-Ring möglich. Notwendig kann er bspw. bei dunklen oder weit entfernten Motiven, Motiven mit schlechtem Kontrast oder hinter Glas oder bei sich ständig wiederholenden Mustern werden. 
Einstellung des Fokusfeldes
Nutzt man die automatische Fokussierung, so ist eine weitere Einstellung notwendig: Die Wahl des Fokusfeldes. Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten und je nach Motiv oder Situation bessere und schlechtere Optionen. Moderne Systemkameras haben folgende Fokusfelder:
- Breit
- Feld
- Mitte
- Flexible Spot
- Erweiterter Flexible Spot
Breit: Mit diesem Fokusfeld entscheidet die Kamera darüber, wo im Bild scharf gestellt wird, da sich das Feld fast komplett über den gesamten Sensor streckt. Meist zeigen kleine Quadrate beim Fokussieren an, an welcher Stelle gerade fokussiert wird. Das man mit diesem Feld die Kamera entscheiden lässt, kann es natürlich zu fehlerhafter Fokussierung kommen. Ich persönlich nutze dieses Feld, wenn ich mit dem AF-C und Augen-Autofokus arbeite. Egal wo die Person auf dem Bild sich befindet, stellt die Kamera aufs Auge scharf. 
Feld: Mit Feld wird eine größere Zone im Bild gewählt, in der die Fokussierung stattfinden soll. Auch hier entscheidet die Kamera in diesem eingeschränkten Bereich über die genaue Position der Scharfstellung. Wenn auf Grund der Bild-Komposition klar ist, in welchem Bereich das Motiv ist, kann man das Feld gut nutzen.
Mitte: Hierbei fokussiert die Kamera auf die Bildmitte. In Kombination mit Fokusspeicherfunktion, bei der man eine Taste mit der Funktion Fokushalten belegt ist dieses Feld sinnvoll. In den seltenen Fällen, wenn das Hauptmotiv exakt in der Bildmitte liegt, ist es natürlich auch möglich einzusetzen. 
Flexible Spot: Bei der Funktion des flexiblen Spots kann man das Fokusfeld exakt auf die Stelle im Bild legen, auf die die Kamera fokussieren soll. Meist kann man die Spotgröße ebenfalls einstellen. Diese Funktion erfordert natürlich, dass man das Feld entsprechend der Bildkomposition verschiebt, was Zeit kostet, man hat aber größtmögliche Kontrolle über die genaue Position des Autofokus. In der Landschaftsfotografie, auf dem Stativ nehme ich diese Funktion äußerst gerne. Bei sich bewegenden Motiven wie Menschen eher weniger. 
Erweiterter Flexible Spot: Dieser ist sehr hilfreich, sollte die Kamera auf den einzelnen Fokuspunkt von Flexible Spot nicht fokussieren können. Als zweite Priorität nutzt die Kamera dann einen erweiterten Bereich um den Spot herum, um scharf zu stellen. Nutze ich häufig, wenn ich eher spontane Motive in der Natur fotografiere, die sich nicht schnell bewegen. 
Weitere Einstellungen zum Autofokus
Im Normalfall startet der Autofokus bei halb durchgedrücktem Auslöser zu fokussieren. Genauso wie die Belichtungsmessung, auf die wir später noch eingehen.
Es besteht aber auch die Möglichkeit diesen auf die AF-Taste zu legen, um quasi den Fokus zu speichern und dann auszulösen, sobald das Motiv bspw. entsprechend lacht. Hierzu muss man die "Fingerfertigkeit" etwas üben, gerade, wenn die Belichtungsmessung noch hinzukommt. In der Landschaftsfotografie, mit recht statischen Motiven aber, gibt es andere Möglichkeiten. Bspw. kann man im AF fokussieren und dann in den MF schalten, wenn die Kamera auf dem Stativ steht und sich nicht mehr bewegt für dieses Motiv. 
Persönlicher Tipp für Besitzer von Objektiven mit programmierbarer Taste
Ich habe bei meinen Objektiven darauf geachtet, einen zusätzlich programmierbaren Taster am Objektiv zu haben, den ich bspw. als Fokussierung nutzen kann. Die Einstellung AF mit Auslöser ist dann OFF gestellt. So kann ich mit der Taste fokussieren und dann Belichten und abdrücken. Nach einiger Zeit hatte ich es raus und mir gefällt die Vorgehensweise.  
Natürlich könnte ihr die Taste auch anders belegen. Möglich wäre auch die Belichtung zu speichern, aber mir gefiel es so sehr gut. Die Belichtungsspeichermöglichkeit habe ich auf AEB Taste und kann nun linker Daumen, Rechter Daumen und dann mit dem Zeigefinger der rechten Hand auslösen. Probiert es mal aus, vielleicht gefällt es euch. 
Bei Landschaftsaufnahmen auf dem Stativ kann ich so also am Objektiv fokussieren und die Taste loslassen. Dann warte ich auf die richtige Lichtstimmung oder bis die Vögel genau passend im Bild fliegen und muss dann nur noch zur richtigen Zeit auslösen ohne zu fokussieren oder zwischen AF und MF umzuschalten. Für Schnappschüsse im Alltag, z.B. mit der Familie schalte ich einfach den AF wieder auf den Auslöser dazu und kann wieder einfach knipsen.

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