Lofoten fotografieren – Teil 2 – Die Farben des Nordens
Gear:
Sony a7IV
Sony a6700
Sony FE 2.8/16–35 mm GM
Sony FE 4/24–105 mm G
Sony FE 100–400 mm GM
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Spiegelungen und Bildaufbau
Über Nacht gab es Neuschnee. Da kam Jens, unser Workshop-Leiter gleich die Idee, dass wir das rote Haus in Ramberg aufsuchen. Am besten noch, bevor es andere tun. Deshalb ginge es ziemlich gleich nach dem Frühstück los. Natürlich mussten wir noch auf die Tunneldurchfahrt von Leknes Richtung Süden-Westen warten, aber die Hoffnung rechtzeitig dort zu sein bestand.
Leider vergebens. Als wir sahen, dass dort bereits einige Menschen versammelt sind, hofften wir für später, dass der Neuschnee nicht komplett zertrampelt sein wird und Jens führte uns einige Meter zurück nach Skagsanden, an den Brunstranda. Je nach Glück sollte die Morgensonne das Bergmassiv im Hintergrund zum leuchten bringen. Im Vordergrund gab es einige Felsen, Wellenbewegungen und allem voran natürlich die Möglichkeit Spiegelungen des Berges im Hintergrund zu finden.
Beim Fotografieren der Spiegelungen, muss man vor allen Dingen auf die Höhe der Kamera achten, experimentiert hier am besten frei Hand und beobachtet die Wirkung auf dem Bild im Live-View. Wenn ihr die beste Höhe für eure Spiegelung habt, dann stellt das Stativ entsprechend ein. Je nach Belichtungszeit solltet ihr dann noch auf die entfernteren Wellen achten, so dass sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt. Ob ihr den Horizont in die Mitte legt, etwas nach oben oder unten liegt dann in eurem Ermessen und hängt auch etwas davon ab, was ihr betonen wollte. Gibt es noch kleine Strukturen im Vordergrund aber einen langweiligen Himmel, dann nehmt etwas mehr Vordergrund. Ist im Vordergrund nur die Spiegelung, aber der Himmel weißt eine tolle Struktur auf, dann mehr Himmel. Wollt ihr eine sehr ausgeglichene ruhige Bildwirkung erreichen, dann legt den Horizont weiter in die Mitte. Die Drittel-Regel oder der goldene Schnitt sind keine fixen Gesetze, sondern sollten so genutzt werden, wie du das Bild wirken lassen möchtest.
Perspektiven finden am roten Haus
Als wir den Vormittag komplett bei Skagsanden verbracht hatten, versuchten wir unser Glück noch beim roten Haus. Von der ferne sahen wir, dass der Neuschnee direkt vor dem Haus noch unberührt sein muss. Wir waren bereits fast am roten Haus, da sahen wir live und in Farbe, wie dämlich sich manche verhalten. Vor unseren Augen liefen zwei Menschen, um ihre Selfies zu machen in den Neuschnee, den viele andere zuvor unberührt ließen (konnte man an den Fußspuren ja gut sehen) und liefen kreuz und quer und machten uns so den Vordergrund kaputt. Sie hatten sich leider nicht gefragt, warum wohl die anderen den Schnee unberührt ließen, sondern trampelten kreuz und quer durch den Schnee.
Na gut, dann ist das jetzt eben eine Challenge für die eigene Kreativität und eine Aufgabe an den Fähigkeiten zu arbeiten. So mussten wir Perspektiven finden, die einerseits kreativ waren, aber dennoch einen ansprechenden Bildaufbau ergaben. Und siehe da, man fand sie. Mit ausgeklappten Live-View, ging es dann eben links, rechts, hoch, runter, Brennweite etwas rein, raus, Blende auf, zu, bis man eine Stelle gefunden hatte und ein Bild aufgenommen hatte, dass ansprechend war. Dann wiederholen. Insgesamt habe ich so an die 5–6 Aufnahmen gemacht, mit denen ich echt zufrieden war. Meine Kreativität scheint wohl wieder voll da zu sein, dachte ich mir.
Zwischen den Brücken
Vom roten Haus in Ramberg ging es weiter zum Hafen Rambergs, dem Haus Nr. 43 und einem tollen Spot speziell für Drohnenpiloten. Zwischen zwei Brücken gelegen kann man hier mit der Drohne tolle Lichtstimmungen einfangen.
Wir hatten das Glück, dass die Wolken sich in goldenes Licht der tiefstehenden Sonne tauchten. Also ließen wir für ein paar Minuten die Drohnen kreisen, um Video- und Bildaufnahmen zu machen.
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Die Farben des nordens in Vikten
Der Abendspot war im ersten Moment etwas unscheinbar. Ein weiterer Strand. Doch die Felsen und Steine, die dort bei Vikten im Wasser lagen, ermöglichten einige tolle Kompositionen und Bilder bei nicht perfektem, aber dennoch interessantem Sonnenuntergangslicht. Im Video habe ich dieses mal sogar einen kleinen Lightroom-Part, in dem ich zeige, wie ich diese Farben aus dem doch sehr grauen RAW-Aufnahmen wieder raushole. Also für alle Freunde der Bildbearbeitung ein interessanter Abschnitt, alle anderen können aber natürlich gerne überspringen. Der Größte Hebel ist dabei übrigens die Verwendung der Gradationskurve. Also wer sich damit noch nicht auskennt, sollte unbedingt in den LR-Teil rein schauen.
VLOG to the BLOG
Begleite mich beim Fotografieren auf den Lofoten! In dieser zweiten Episode meiner Serie besuchen wir Skagsanden, Ramberg und Vikten. Außerdem zeige ich euch, wie ihr die Farben des hohen Nordens aus euren RAWs wieder herausholt.
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