Nord­lichter foto­gra­fieren & bearbeiten

Zwei‑, dreimal habe ich Nord­lichter in meinem Leben schon gesehen. Auf Island und sogar in meiner Heimat. Ein wenig Erfah­rung hatte ich also bereits. Weiß, was einzu­stellen ist, weiß, worauf ich achten muss und wie die Bild­be­ar­bei­tung funk­tio­niert, damit du das opti­male Ergebnis heraus­holst. Und dann war da meine Reise auf die Lofoten. Beinahe jede Nacht Polar­lichter ohne Ende, die tanzende Aurora über uns mal schnell, mal langsam. Inner­halb von 6 Tagen, hunderte, wenn nicht gar tausende Bilder des grünen Himmel­leuchten auf meiner Fest­platte. Jetzt würde ich wirk­lich sagen, ich weiß wie’s geht. In diesem Blog, gebe ich euch meine Tipps & Erfah­rungen weiter. 

Ausrüs­tung:

Sony a7IV
Sony FE 2.8/16–35 mm GM

Den VLOG zum BLOG seht ihr unten auf der Seite oder ihr erreicht ihn über diesen Button:

Ausrüs­tung & Kameraeinstellungen

Gehen wir direkt rein in die Theorie für die Praxis. Die Nord­licht­fo­to­grafie ist ein Teil der Land­schafts­fo­to­grafie, in der sich eine gute Ausrüs­tung bezahlt macht. Hier schlägt ein großer Sensor,  bspw. Voll­format, einen APS-C-Sensor in Sachen Bild­qua­lität und Rauschen. Ein Licht­starkes Objektiv von f/2.8 oder besser schlägt das güns­tige f/4‑Objektiv. Punkt. 

Nichts­des­to­trotz könnt ihr dennoch gute Bilder von Nord­lich­tern mit APS‑C & f/4 aufnehmen. Also nicht sofort alles verkaufen, in die Tonne treten und für Tausende Euros eine Voll­for­mat­ka­mera & schwere, teure Licht­starke Objek­tive kaufen. Es geht um “besser als”, nicht um “geht oder geht nicht”. Ihr müsst mit f/4 eben etwas länger belichten, oder etwas mehr ISO-Rauschen in Kauf nehmen, auch mit einer APS‑C werdet ihr etwas mehr Rauschen haben. Aber dafür sind licht­starke Objek­tive für APS‑C Kameras deut­lich güns­tiger. Also infor­miert euch ein wenig, welche Möglich­keiten ihr habt und wenn ihr nur einmal Nord­lichter foto­gra­fieren geht in den Polar­kreis — viel­leicht könnt ihr euch auch was leihen. 

Zu den Einstel­lungen. Am besten ihr stellt alles auf Manuell in eurer Kamera. Damit meine ich auch Weiß­ab­gleich & Fokus. Blende, Belich­tungs­zeit und ISO, sowieso.

  • Weiß­ab­gleich: Stellt den Weiß­ab­gleich vor Ort auf einen Wert zwischen 3500 und 4500 Kelvin. Das kommt dem Nacht­himmel mit Polar­lich­tern am nächsten. Foto­gra­fiert in RAW, damit ihr später in der Bild­be­ar­bei­tung leicht korri­gieren könnte.
  • Fokus: In der Nacht wird, je nach Dunkel­heit, der Auto­fokus so oder so nicht funk­tio­nieren. Also stellt auf manu­ellen Fokus und nuttz ggf. die Hyper­fo­kal­ta­belle in bspw. Photo Pills und stellt den Fokus­punkt so ein, damit er bei eurer gewählten Brenn­weite, Blende & Kamera bis ins Unend­liche scharf abbildet. Oder nutzt den Live-View eurer Kamera, wenn ihr den Fokus verstellt. An dem Punkt, an dem die Sterne am kleinsten sind, ist der beste Schär­fe­punkt erreicht. 
  • Blende: So weit öffnen wie möglich. Wer f/2.8  hat oder offener gehen kann, ideal. Ansonsten nutzt eben was möglich ist. 
  • ISO: Den ISO-Wert stellt ihr am Besten auf 3200 oder 6400 ein. 
  • Belich­tungs­zeit: Die Belich­tungs­zeit von Nord­lich­tern sollte irgendwo im Bereich von 2 — 7 Sekunden liegen. Sind die Nord­lichter schnell, ist es evtl. besser ISO 6400 zu nutzen und etwas kürzer zu belichten. Sind sie träge könnt ihr ISO 3200 und länger belichten. Bei sehr Licht­starken Objek­tiven können auch ISO 1600 oder ISO 800 möglich sein. 

Achtet auf euer Histo­gramm. Es sollte sich nicht ausschließ­lich im linken Drittel des Diagramms abspielen, sondern durchaus über die Mitte hinaus belichtet sein. In der Nacht wird es euch ein wenig zu hell vorkommen, in der Nach­be­ar­bei­tung habt ihr so aber eine deut­lich bessere Bildqualität.

Kame­ra­ein­stel­lungen (Start­werte) auf einen Blick:

  • ISO 3200–6400
  • Blende f/2.8
  • Belich­tungs­zeit: 2–4 s
  • Weiß­ab­gleich 3500–4500 K
  • Fokus: Manuell
  • Brenn­weite 12 — 24 mm (Voll­format)
Green Smoke | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

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Bild­be­ar­bei­tung von Nordlichtern

Für die Bild­be­ar­bei­tung von Nord­lich­tern, empfehle ich euch das Video unten zu schauen, da es dabei anschau­li­cher erklärt wird, als ich es hier beschreiben kann. Das Vorgehen, wie ihr Nord­lichter so richtig schön zum leuchten bekommt ist jeden­falls immer gleich, und beinahe unab­hängig davon, ob ihr Photo­shop, Luminar Neo oder Ligh­t­room nehmt. 

Neben den normalen Einstel­lungen zu Belich­tung, Kali­brie­rung, etc. gibt es genau zwei Schritte, die ihr unbe­dingt für die Nord­lichter, bzw. den Nord­licht-Himmel nutzen solltet. Das ist zum einen die Grada­ti­ons­kurve, um den Kontrast zwischen Nordlicht/Sterne und Nacht­himmel heraus­zu­bringen und zum anderen eine Farb­ba­lance-Einstel­lungen, um die Farben richtig zum Leuchten zu bringen. Doch step-by-step.

Grada­ti­ons­kurve: Hier erhöhen wir den Kontrast zwischen dunklem Himmel und Nord­lichter. Die dunklen und mitt­leren Werte lassen wir dabei im Normal­fall relativ unbe­rührt, pushen aber die High­lights deut­lich nach oben. Sterne dürfen maxi­males Weiß aufweisen, die Aurora sollte aller­dings nicht “abreißen”. Pusht die Aurora ins helle, in dem ihr im oberen Fünftel die Werte deut­lich nach oben zieht. Das Ergebnis wird euch überraschen. 

Farb­ba­lance: In Photo­shop oder Luminar Neo könnt ihr nun eine Farb­ba­lance-Ebene einfügen und die Werte für Magenta/Grün auf +30, Gelb/Blau eben­falls auf +30 setzen. Diese Ände­rung solltet ihr mit einer Maske verknüpfen und nur auf die Nordlichter/Himmel anwenden. In Ligh­t­room fehlt diese Funk­tion leider, weshalb ihr mit der Punkt­farbe arbeiten müsst. Wählt also einen grünen und einen blauen Bereich aus und ändert Farb­to­nung und Sätti­gung bis euch das Ergebnis gefällt. 

Abschlie­ßend gibt es natür­lich noch weitere Dinge, die ihr tun könnt: Perspek­ti­vi­sche Korrektur, wenn ihr die Kamera nach oben in den Himmel geneigt habt, etc. Aber wie das funk­tio­niert, könnt ihr in einem anderen Video von mir anschauen. Zum Beispiel im Video von Gruse­lige Stim­mung in der Allgäuer Natur

VLOG zum BLOG

In diesem Video zeige ich euch einen Trick, wie ihr Nord­lichter richtig schön zum Leuchten bringt. Dabei ist egal ob es Photo­shop, Ligh­t­room oder Luminar Neo ist, was ihr nutzt. Das Vorgehen ist quasi immer gleich. 

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