Nordlichter fotografieren & bearbeiten
Ausrüstung:
Sony a7IV
Sony FE 2.8/16–35 mm GM
Den VLOG zum BLOG seht ihr unten auf der Seite oder ihr erreicht ihn über diesen Button:
Ausrüstung & Kameraeinstellungen
Gehen wir direkt rein in die Theorie für die Praxis. Die Nordlichtfotografie ist ein Teil der Landschaftsfotografie, in der sich eine gute Ausrüstung bezahlt macht. Hier schlägt ein großer Sensor, bspw. Vollformat, einen APS-C-Sensor in Sachen Bildqualität und Rauschen. Ein Lichtstarkes Objektiv von f/2.8 oder besser schlägt das günstige f/4‑Objektiv. Punkt.
Nichtsdestotrotz könnt ihr dennoch gute Bilder von Nordlichtern mit APS‑C & f/4 aufnehmen. Also nicht sofort alles verkaufen, in die Tonne treten und für Tausende Euros eine Vollformatkamera & schwere, teure Lichtstarke Objektive kaufen. Es geht um “besser als”, nicht um “geht oder geht nicht”. Ihr müsst mit f/4 eben etwas länger belichten, oder etwas mehr ISO-Rauschen in Kauf nehmen, auch mit einer APS‑C werdet ihr etwas mehr Rauschen haben. Aber dafür sind lichtstarke Objektive für APS‑C Kameras deutlich günstiger. Also informiert euch ein wenig, welche Möglichkeiten ihr habt und wenn ihr nur einmal Nordlichter fotografieren geht in den Polarkreis — vielleicht könnt ihr euch auch was leihen.
Zu den Einstellungen. Am besten ihr stellt alles auf Manuell in eurer Kamera. Damit meine ich auch Weißabgleich & Fokus. Blende, Belichtungszeit und ISO, sowieso.
- Weißabgleich: Stellt den Weißabgleich vor Ort auf einen Wert zwischen 3500 und 4500 Kelvin. Das kommt dem Nachthimmel mit Polarlichtern am nächsten. Fotografiert in RAW, damit ihr später in der Bildbearbeitung leicht korrigieren könnte.
- Fokus: In der Nacht wird, je nach Dunkelheit, der Autofokus so oder so nicht funktionieren. Also stellt auf manuellen Fokus und nuttz ggf. die Hyperfokaltabelle in bspw. Photo Pills und stellt den Fokuspunkt so ein, damit er bei eurer gewählten Brennweite, Blende & Kamera bis ins Unendliche scharf abbildet. Oder nutzt den Live-View eurer Kamera, wenn ihr den Fokus verstellt. An dem Punkt, an dem die Sterne am kleinsten sind, ist der beste Schärfepunkt erreicht.
- Blende: So weit öffnen wie möglich. Wer f/2.8 hat oder offener gehen kann, ideal. Ansonsten nutzt eben was möglich ist.
- ISO: Den ISO-Wert stellt ihr am Besten auf 3200 oder 6400 ein.
- Belichtungszeit: Die Belichtungszeit von Nordlichtern sollte irgendwo im Bereich von 2 — 7 Sekunden liegen. Sind die Nordlichter schnell, ist es evtl. besser ISO 6400 zu nutzen und etwas kürzer zu belichten. Sind sie träge könnt ihr ISO 3200 und länger belichten. Bei sehr Lichtstarken Objektiven können auch ISO 1600 oder ISO 800 möglich sein.
Achtet auf euer Histogramm. Es sollte sich nicht ausschließlich im linken Drittel des Diagramms abspielen, sondern durchaus über die Mitte hinaus belichtet sein. In der Nacht wird es euch ein wenig zu hell vorkommen, in der Nachbearbeitung habt ihr so aber eine deutlich bessere Bildqualität.
Kameraeinstellungen (Startwerte) auf einen Blick:
- ISO 3200–6400
- Blende f/2.8
- Belichtungszeit: 2–4 s
- Weißabgleich 3500–4500 K
- Fokus: Manuell
- Brennweite 12 — 24 mm (Vollformat)
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Bildbearbeitung von Nordlichtern
Für die Bildbearbeitung von Nordlichtern, empfehle ich euch das Video unten zu schauen, da es dabei anschaulicher erklärt wird, als ich es hier beschreiben kann. Das Vorgehen, wie ihr Nordlichter so richtig schön zum leuchten bekommt ist jedenfalls immer gleich, und beinahe unabhängig davon, ob ihr Photoshop, Luminar Neo oder Lightroom nehmt.
Neben den normalen Einstellungen zu Belichtung, Kalibrierung, etc. gibt es genau zwei Schritte, die ihr unbedingt für die Nordlichter, bzw. den Nordlicht-Himmel nutzen solltet. Das ist zum einen die Gradationskurve, um den Kontrast zwischen Nordlicht/Sterne und Nachthimmel herauszubringen und zum anderen eine Farbbalance-Einstellungen, um die Farben richtig zum Leuchten zu bringen. Doch step-by-step.
Gradationskurve: Hier erhöhen wir den Kontrast zwischen dunklem Himmel und Nordlichter. Die dunklen und mittleren Werte lassen wir dabei im Normalfall relativ unberührt, pushen aber die Highlights deutlich nach oben. Sterne dürfen maximales Weiß aufweisen, die Aurora sollte allerdings nicht “abreißen”. Pusht die Aurora ins helle, in dem ihr im oberen Fünftel die Werte deutlich nach oben zieht. Das Ergebnis wird euch überraschen.
Farbbalance: In Photoshop oder Luminar Neo könnt ihr nun eine Farbbalance-Ebene einfügen und die Werte für Magenta/Grün auf +30, Gelb/Blau ebenfalls auf +30 setzen. Diese Änderung solltet ihr mit einer Maske verknüpfen und nur auf die Nordlichter/Himmel anwenden. In Lightroom fehlt diese Funktion leider, weshalb ihr mit der Punktfarbe arbeiten müsst. Wählt also einen grünen und einen blauen Bereich aus und ändert Farbtonung und Sättigung bis euch das Ergebnis gefällt.
Abschließend gibt es natürlich noch weitere Dinge, die ihr tun könnt: Perspektivische Korrektur, wenn ihr die Kamera nach oben in den Himmel geneigt habt, etc. Aber wie das funktioniert, könnt ihr in einem anderen Video von mir anschauen. Zum Beispiel im Video von Gruselige Stimmung in der Allgäuer Natur
VLOG zum BLOG
In diesem Video zeige ich euch einen Trick, wie ihr Nordlichter richtig schön zum Leuchten bringt. Dabei ist egal ob es Photoshop, Lightroom oder Luminar Neo ist, was ihr nutzt. Das Vorgehen ist quasi immer gleich.