Das Geheimnis groß­ar­tiger Landschaftsfotografien

Als Land­schafts­fo­to­graf kennst du sicher die “Regeln der Kompo­si­tion”. Aber hattest du schon jemals Probleme damit zu verstehen, wann du sie einsetzt, wie und ob du sie über­haupt verwenden soll­test? In diesem Blog gehe ich der Frage nach, was das Geheimnis groß­ar­tiger Kompo­si­tionen ist und wie du ein besseres Gespür dafür entwi­ckeln kannst, wie du die Kompo­si­ti­ons­re­geln in der Praxis einsetzen kannst — oder eben auch nicht. 

Wer keine Lust auf Lesen hat, der findet den VLOG zum BLOG unten auf dieser Seite. Ihr erreicht ihn direkt über diesen Button:

Was macht ein groß­ar­tiges Land­schafts­foto großartig?

Was genau lässt ein Land­schafts­foto über­zeu­gend werden? Das ist eine Frage, die man sich als ambi­tio­nierter Hobby­land­schafts­fo­to­graf oder auch Profi, über die Jahre hinweg wahr­schein­lich immer wieder fragen kann. Und ich denke, selbst nach jahre­langer Erfah­rung ist es eine Thema, worüber man sich immer wieder Gedanken machen kann.

Für ein gutes Bild sind Dinge, wie eine gute Belich­tung und ein korrekt sitzender Fokus notwendig aber eben nicht ausrei­chend. Natür­lich gibt es Land­schaften, die scheinbar immer für einen Wow-Effekt sorgen und scheinbar jedem immer und immer wieder den Atem stocken lassen. Aber auch die Bilder dieser Orte wirken häufig erst dadurch beson­ders, wenn der Foto­graf die Elemente im Bild wohl über­legt zusam­men­stellt — in eine außer­ge­wöhn­li­chen Komposition.

Die “Kunst der Bild­kom­po­si­tion”, eine der schwie­rigsten und anspruchs­vollsten Themen in der Foto­grafie, da sind sich viele Profis und ambi­tio­nierte Laien einig. Sie zu verstehen und anwenden zu können, beschreibt häufig ein jahre­langer Lern­pro­zess. Ein Prozess, der viel­leicht auch nie voll­ständig abge­schlossen ist.

Selbst­ver­ständ­lich gibt es die altbe­kannten Daumen­re­geln, die alle kennen. Man soll den Hori­zont an der Drit­tel­regel orien­tieren, nahe Elemente in den Vorder­grund nehmen, um Inter­esse zu wecken, führende Linien mit ins Bild nehmen, um Tiefe zu erzeugen, und, und, und.

Diese Regeln funk­tio­nieren als Anhalts­punkte ganz gut und sind gerade deshalb so bekannt. Die Frage ist aber, ob du dir schon je Gedanken darüber gemacht hast, warum sie funk­tio­nieren? Gibt es weitere Prin­zi­pien, die du für dich nutzen kannst? Und wann soll­test du die Regeln brechen?

Die nebu­löse Welt der Land­schafts­fo­to­grafie-Kompo­si­tionen ist eben viel mehr als nur führende Linien. Deshalb betrachten wir dieses Thema heute etwas tief­grün­diger. Damit du, wenn du das nächste mal draußen bist, dein Bild etwas aufmerk­samer aufbauen kannst.

Visu­elle Balance

Natür­lich sind alte knor­rige und vermooste Bäume, monu­men­tale Berge, spie­gel­glatte grüne Berg­seen oder große aus dem Meer heraus­ste­hende Felsen beein­dru­ckende Foto­mo­tive, aber auch als einzelnes Objekt, machen diese Dinge noch kein beein­dru­ckendes Foto. Im Gegen­teil, wenn solche Objekte zu viel Aufmerk­sam­keit alleine auf sich ziehen und das Bild derart domi­nieren, kann ein Bild in “Schief­lage” geraten oder das Gefühl von Unaus­ge­gli­chen­heit entstehen lassen. Die Balance im Bild passt dann einfach nicht.

Eine Möglich­keit die Balance wieder herzu­stellen, besteht dadurch unter­stüt­zende Elemente im Bild mit einzu­be­ziehen. Das können Blumen nahe zur Kamera, auf der Wiese im Vorder­grund sein, die Balance zu dem monu­men­talen Bergen im Hinter­grund schaffen. Oder andere Bäume im Mittel­grund, die im “Dialog” zu dem alten knor­rigen und vermoosten Baum stehen, der mein Haupt­ob­jekt ist. Solche Elemente ordnet man besten­falls auf der Gegen­seite des Haupt­mo­tivs im Bild an, um eine gewisse Ausge­wo­gen­heit, bzw. visu­elle Balance wieder herzu­stellen. In mini­ma­lis­ti­schen Bildern, kann dies auch eine “Leere” sein.

Würdest du dich als eine Art Künstler der Land­schafts­ma­lerei sehen, dann würdest du auch die einzelnen Elemente auf deinem Papier so zeichnen, dass sie Sinn ergeben. In der Foto­grafie kannst du den Fels­bro­cken aller­dings nicht verschieben, also muss du deine Kamera so posi­tio­nieren, dass die vorhan­denen Elemente die best­mög­liche Anord­nung erhalten, um in Balance zu sein.

Diese Anord­nung der Objekte in deinem Bild ist keine “harte Regel”, wie es die Drit­tel­regel bspw. der Goldene Schnitt darstellt. Viele Verlassen sich auch auf ihr Gefühl, was die visu­elle Balance angeht. Durch das Anschauen groß­ar­tiger Foto­gra­fien aber auch Gemälde, kann man sein Auge trai­nieren, so dass man im Feld die Szenen selbst besser erkennt.

Wie stark ein Objekt gewichtet ist, hängt auch davon ab, wie groß es abge­bildet wird, ob es sich um ein Element der Natur oder einem Mensch oder ein vom Mensch erbautes Element handelt. Wie hell oder wie dunkel das Element ist. Manche mögen das visu­elle Gewicht auch ein wenig anders fühlen als du es tust. Aber sich darüber bewusst zu sein ist bereits eine Errungenschaft.

Schwarze Kiche von Búðir | Nikon D7200 + Sigma 1.8/18–35 mm A

Visu­eller Fluss

“Ich hab diese Steine als Vorder­grund­ele­ment ins Bild mit aufge­nommen.“, so oder so ähnlich klingen die Sätze in gefühlt allen Land­schafts­fo­to­grafie-Vlogs und Blogs. Aber die eigent­lich wich­ti­gere Frage ist, warum? Wieso möchten wir Vorder­grund­in­ter­esse im Bild erzeugen?

Vorder­grund­ele­mente, vor allen dingen in weit­wink­ligen Aufnahmen erfüllen vor allen dingen zwei Gründe:

  1. Sie lenken die Aufmerksamkeit.
  2. Sie geben Kontext, quasi, um eine Geschichte zu erzählen.

Wenn euer Haupt­motiv bereits selbst das ganze Bild ist, schaut der Betrachter drauf, erkennt das eine promi­nente Motiv und ist fertig mit dem Betrachten. Sobald ihr es aber, zum Beispiel durch anwenden der Drit­tel­regel im oberen Drittel des Bildes anordnet und die unteren zwei Drittel durch Mittel- und Vorder­grund belegt wird, führt ihr den Betrachter hin zum Motiv. Die Nahen Elemente fangen im Besten Fall den Blick des Betrach­ters ein. Auf Grund ihrer Größe, ihrer Form, Kontrast oder Farbe nimmt das mensch­liche Auge diese zu erst wahr. Gut aufein­ander abge­stimmte Ebenen führen den Blick dann hin zum Haupt­motiv im Hinter­grund. Je harmo­ni­scher die Ebenen aufein­ander abge­stimmt sind, desto besser wird der Blick geführt.

Unter­stüt­zende Vorder­grund­ele­mente geben Kontext und geben dem Betrachter etwas mehr von der Umge­bung und der Szene um das Haupt­motiv mit, wie zum Beispiel Blumen oder Farne im Vorder­grund eines Baumes. Dadurch erfährt der Betrachter etwas über den Ort an dem das Foto aufge­nommen wurde und sein Blick wird ganz natür­lich tiefer zum Haupt­motiv, z.B. ein Berg oder ein Wasser­fall gelenkt. Von groß zu klein. Es entsteht auto­ma­tisch mehr Tiefe im Bild und ein ganz natür­li­cher visu­eller Fluss.

Ordnung finden

Szenen in der Natur oder der Wildnis können sehr chao­tisch sein. Ich denke dabei gerne an die heimi­schen Wälder rund um meinen Ort. Typi­sche Misch­wälder, voll mit großen und kleinen Bäumen, Gestrüpp, Totholz, Moose, Pilze, Blumen und so weiter. Unzäh­lige Versuche habe ich gebraucht, bis ich es geschafft hatte erste foto­gra­fi­sche Erfolge in diesen Wäldern zu zählen. Bis ich auf meinen Fotos Ordnung in das Chaos gebracht hatte.

Solche Szenen voller Ordnung erregen mitt­ler­weile direkt mein Inter­esse und auch die Aufmerk­sam­keit der Betrachter dieser Bilder. Solche ruhig wirkenden Momente heben sich von dem Chaos und der Unord­nung ab, die wir sonst in unseren Wäldern erwarten. Das gilt auch für andere Szenen in der Natur, wie beispiels­weise einem wütenden Meer oder schroffen Bergen.

Ich gebe zu, es kann gerade als Beginner sehr schwierig sein, diese harmo­ni­schen Ausschnitte aus der Natur wahr­zu­nehmen und dann natür­lich auch aufzu­nehmen. Gerade wenn man die großen epischen Land­schaften aufnehmen möchte. Über die Jahre habe ich gelernt, dass dies aber umso leichter wird, je enger man einen Bild­aus­schnitt nimmt, also weg mit dem Weit­win­kel­ob­jektiv und her mit dem Tele­ob­jektiv. Auch ein Stan­dard­zoom mit 24–70 mm oder 24–105 mm Brenn­weite hilft da bereits ungemein.

Mit einem engeren Sicht­feld kannst du dich besser auf die wesent­li­chen Elemente der Ruhe in der Natur konzen­trieren. Solche kleinen Szenen, die zum Beispiel aus Mustern, Formen und Texturen bestehen können, bieten die Chance auf einzig­ar­tige Aufnahmen, die dir womög­lich kein anderer so schnell nach­ahmen kann. Denn im Gegen­satz zu typi­schen Aussichts­punkten und häufig foto­gra­fierten Szenen an bekannten Spots können solche intimen Kompo­si­tionen schwie­riger nach­ge­stellt werden. Oder womög­lich sind diese auch nur von kurzer Dauer so in der Natur zu finden. Dadurch erhältst du ein persön­li­cheres Foto, dass du wirk­lich dein eigen nennen kannst. Aber auch, um sich auf solche Details konzen­trieren zu können, muss man sich etwas diszi­pli­nieren und das eigene Auge trainieren.

Je nach dem wo man sich befindet, können diese kleinen inti­meren Natur­szenen anders aussehen. In Wäldern können dies bestimmte Stämme sein mit beson­deren Ästen, viel­leicht Moos­be­deckt oder eine beson­deren Blatt­fär­bung haben. An Klippen können dies Fels­risse sein, die sich von anderen abheben, eine beson­dere Farbe oder Textur haben. An Küsten können es Kiesel­steine sein, die in einem bestimmten Muster oder Wieder­ho­lung vorhanden sind, und sich von ihrer Umge­bung aufgrund der Farbe oder Form abheben. An Flüssen könnt ihr mit länger belich­teten Wasser­mus­tern arbeiten oder kleinen Kaska­den­förmig abwärts flie­ßendem Wasser­schnellen. An Seen kann es das reflek­tierte Licht zur goldenen Stunde oder eine andere Reflek­tion sein. In jeder Land­schaft gibt es viel zu entde­cken und auch bei solchen Szenen ist es wichtig, beim rich­tigen Licht vor Ort zu sein, denn dann kann das Zusam­men­spiel von Licht und Schatten den Unter­schied ausma­chen oder warmes Licht die Farben ganz beson­ders zum Leuchten bringen. Jeden­falls können ganz beson­dere Kompo­si­tion durch die Konzen­tra­tion auf Details entstehen. Foto­grafen die ich dafür sehr schätze sind Hans Strand, Kai Hornung oder Klaus Axelsen.

Myste­riöser Nebel­wald | Sony a7 IV + Sony 4/24–105 mm G

Diese und alle andere Aufnahmen dieses Beitrags kannst du unter “Prints” als Kunst­druck für deine Wand zu Hause direkt bei mir anfragen. 

Das Licht formen

Viele von euch kennen sicher­lich den Begriff der Vignette. Die Vignet­tie­rung eines Objek­tivs ist auch ein Quali­täts­merkmal. Manche mögen sie, manche weniger. Häufig wird sie in der Bild­be­ar­bei­tung sogar nach­träg­lich hinzu­ge­fügt. Habt ihr euch aber schon einmal bewusst gemacht, warum das getan wird?

Einfach gesagt, versucht man damit den blick des Betrach­ters zu führen bezie­hungs­weise im Bild zu halten. Der Blick geht ganz natür­lich von Dunkel nach hell. Bei einer klas­si­schen Vignette also ganz auto­ma­tisch in die hellere Mitte des Bildes. In der Bild­be­ar­bei­tung nutze ich sehr häufig auch einen linearen Verlaufs­filter im Vorder­grund und je nach Dramatik des Himmels auch eine an der oberen Seite des Bildes, um diese etwas abzudunkeln.

Idea­ler­weise wird das Haupt­motiv so oder so durch etwas Licht akzen­tu­iert. Denn schon bei der Aufnahme können wir darauf achten den Blick zu lenken, in dem der Vorder­grund viel­leicht im Schatten und das Haupt­motiv ange­leuchtet vom Licht der Sonne ist. Eben­falls eine gute Möglich­keit ist es das vorhan­dene Licht genau zu betrachten und auf die Einrah­mung des Motivs zu achten. Dadurch kann bereits eine ganz natür­liche Vignette entstehen, oder zumin­dest die später hinzu­ge­fügte Vignette unterstützen.

Um diese Kompo­si­ti­ons­technik zu nutzen, achte ich beson­ders auf Hellig­keits­über­gänge. Der Schlüssel liegt darin, diese zu nutzen, um das Haupt­motiv einzu­rahmen und hervorzuheben.

Als Beispiel habe ich ein Bild eines Wasser­falls. Die Entschei­dungen, die ich vor Ort getroffen habe, weshalb dieses Bild so ist, wie es ist, waren folgende: erstens wollte ich das schön flie­ßende Wasser des Wasser­falls darstellen, die sich sanft wie ein seidener Vorhang auf die Felsen­wand legten. Für mich das Haupt­ele­ment dieses Wasser­falls. Deshalb habe ich hier das Tele­ob­jektiv genutzt. Zwei­tens habe ich den schönsten Ausschnitt gesucht und diesen recht Mittig posi­tio­niert. Drit­tens habe ich etwas heraus­ge­zoomt, um links und rechts etwas Platz für die Umge­bung zu schaffen. Ein reines Bild der Kaskaden erschien mir zu lang­weilig. Die feuchten Felsen um den Wasser­fall konnte ich mit Polfilter entspie­geln und einen natür­li­chen dunklen Rahmen um das Wasser des Wasser­falls legen, so dass dieser toll zur Geltung kommt.

Theo­re­tisch könnte man diese Regel auch einfach brechen und ein dunkles Motiv durch hellen Rahmen hervor­heben und so den Blick in die andere Rich­tung lenken. Man denke einfach mal an eine Winter­szene mit einem beson­deren dunk­leren Motiv.

Quali­ta­tives Licht

Meine Foto­grafie war in den letzten Jahren sehr stark auf eindrucks­volle Sonnen­auf­gänge und ‑unter­gänge gerichtet. Ich hab mich vor einiger Zeit mehr mit dem Wetter beschäf­tigt und damit, wie ich es für meine Fotos nutzen und vorher­sagen konnte. So konnte ich abschätzen, ob es sich lohnt raus zu gehen oder nicht. Aber mein Fokus war dadurch stark auf Morgen- oder Abendrot, Sonnen­auf­gang und ‑unter­gang gerichtet, weshalb ich meist in diese Rich­tung foto­gra­fiert habe.

Das Problem dabei ist, dass man in Rich­tung einer sehr inten­siven Licht­quelle foto­gra­fiert, was zu einer hoher Dynamik, also sehr hellen und sehr dunklen Bereiche im Bild führt. Wenn die Wolken passen und man mit tollen Farben belohnt wird, dann nehme ich das immer noch in Kauf. Die hohen Dyna­mik­um­fänge kann meine Kamera durchaus aufnehmen. Notfalls helfen tech­ni­sche Mittel wie HDR-Aufnahmen. Das “Problem” ist also nur die etwas inten­si­vere Bild­be­ar­bei­tung die notwendig ist und das die Land­schaft an sich, nicht ganz im schönsten Licht gezeigt wird, wie sie es viel­leicht verdient hätte.

Der Unter­schied zu meinen Vorlieben heut­zu­tage ist, dass ich die gleiche Aufmerk­sam­keit mitt­ler­weile auf das quali­tativ bessere Licht lege, dass die Land­schaft an anderen Stelle berührt oder streift. Dafür drehe ich mich einfach weg vom direkten Licht und betrachte, wo das Spiel von Licht und Schatten die Land­schaft formt. Hügel und Uneben­heiten werden durch die tief­stehende Sonne plas­ti­scher, Szenen und Ausschnitte der Land­schaften können mögli­cher­weise besser wirken, da Tiefe und Drei­di­men­sio­na­lität entsteht, selbst, wenn die Sonne leicht hinter einigen Wolken verschwindet und softeres Licht entsteht. Als Benefit ist dadurch die Bear­bei­tung weniger intensiv notwendig, da keine extrem hellen High­lights oder dunkel­schwarze Schatten vorhanden sind.

Hier an diesem Beispiel, dass ich am Quer­mar­ken­feuer auf Sylt aufge­nommen habe, ist es gut ersicht­lich. In Rich­tung Sonnen­un­ter­gang war das Licht wenig inter­es­sant. Die Sonne hinter einer Wolke. Aber das diffuse Licht half die Szene in anderer Rich­tung toll auszu­leuchten, ohne zu hart zu sein. Im Nach­hinein bin ich froh, nicht nur in Rich­tung der Sonne foto­gra­fiert zu haben.

Jetzt habt ihr ein paar Ideen, nach was ihr Ausschau halten könnt, wenn ihr unter­wegs seid. Zum Schluss kommen wir noch darauf zu spre­chen, was du vermeiden soll­test, aber zuvor würde ich euch bitten dem Video einen Daumen nach oben zu geben, wenn ihr bis hierher was gelernt habt. Noch besser ist natür­lich, ihr abon­niert gleich meinen Kanal, wenn noch nicht geschehen, damit ihr zukünftig keine Videos verpasst!

An dieser Stelle auch nochmal der Hinweis, meinen Blog auf meiner Website zu besu­chen. Alle Infos und Bilder zu meinen Vlogs findet ihr dort nochmal zum nach­lesen. Selbst­ver­ständ­lich könnt ihr euch die inter­es­san­testen Beiträge auch als Lese­zei­chen in eurem Browser spei­chern. Doch nun, weiter im Thema.

Sonnen­ge­küsster Pfälzer Wald | Sony a7 IV + Sony 100–400 mm GM

Dinge die du vermeiden solltest

Worin unter­scheiden sich Maler von Land­schaften zu Land­schafts­fo­to­grafen? Maler fügen ihren Bildern nach und nach Elemente hinzu, wie zum Beispiel Objekte, Licht­ef­fekte, Farben mit jedem Pinsel­strich den sie machen. Land­schafts­fo­to­grafen versu­chen eher Dinge zu entfernen, wenn sie ihre Kamera posi­tio­nieren, um Dinge zu verbergen oder zu besei­tigen, die vom Haupt­motiv ablenken könnten oder nicht zuträg­lich sind.

Aus diesem Grund möchte ich nun, nach dem wir darüber gespro­chen haben, was wir tun können um eine gute Kompo­si­tion zu errei­chen, darüber spre­chen, was wir vermeiden sollten. Diese Frage­stel­lung kann, wenn sie erfolg­reich umge­setzt wird, die mäch­tigste Kompo­si­ti­ons­technik von allen sein.

  • Zentrierte Objekte: Der Mensch sucht sehr häufig, ganz unbe­wusst nach perfekter Symme­trie. Daher passiert es vielen Anfän­gern der Foto­grafie, dass sie zentrierte Kompo­si­tionen anstreben. das Problem dabei ist, dass der Betrachter solche Bilder zu schnell verar­beitet. Die visu­elle Reise ist quasi zu Ende bevor sie beginnt. Ein wenig Span­nung im Bild kann durchaus also inter­es­sant sein. Durch eine dezen­trale Ausrich­tung des Haupt­mo­tivs entsteht ein inter­es­san­teres Bild, am besten mit einem Gegen­spieler, wie im ersten Tipp erwähnt.
  • Über­lap­pende Elemente: Bei der Anord­nung mehrere Elemente oder auch Ebenen im Bild, soll­test du darauf achten, dass sie achtsam sepa­riert sind und sich nicht unschön über­lappen. Sich ungünstig über­lap­pende Elemente können den Betrachter ablenken, die Szene undurch­schaubar werden lassen oder den visu­ellen Fluss stören. Manchmal kann eine etwas höhere oder andere Posi­tio­nie­rung der Kamera dabei schon die Lösung sein. Also darauf achten, dass alles was ihr für die Geschichte des Bildes benö­tigt sichtbar und sepa­riert ist und Dinge die ihr nicht benö­tigt für das Bild womög­lich versteckt sind. Das kann mitunter eine unlös­bare Aufgabe sein und ihr müsst Kompro­misse eingehen. Aber es zumin­dest zu versu­chen ist es defi­nitiv wert.
  • Unru­hige Bild­grenzen: Saubere, offene Bereiche um euer Haupt­motiv geben diesem “Platz zum Atmen”. Also wenn ihr es komplett auf dem Foto abbilden möchtet, dann gebt ihm etwas Platz zu den Außen­kanten des Fotos. Lieber etwas mehr, als zu wenig, denn croppen könnt ihr noch hinterher. Vermeide harte Kanten durch Schatten oder andere Linien die parallel zum Bild­rahmen verlaufen. Halte eben­falls Ausschau nach Linien, wie zum Beispiel Äste von Bäumen, die durch eine Ecke verlaufen und diese förm­lich abschneiden.
  • Tren­nende Elemente: Auch ein Element, wie beispiels­weise ein umge­stürzter Baum, der die Ebenen deines Fotos so stark durch­trennt, dass der Fluss von vorne nach hinten gestört sein könnte, helfen nicht und sollten vermieden werden. Wenn der Blick des Betrach­ters durch dieses Element aus dem Bild heraus­be­för­dert, statt im Bild gehalten wird, dann macht dieses Element das Bild even­tuell zu Nichte.

Es gibt bestimmt noch mehr solcher Dinge, die man vermeiden sollte. Wenn euch noch etwas einfällt, dann schreibt das gern in die Kommen­tare, viel­leicht kommen noch ein paar inter­es­sante Punkte zusammen.

Geheim­nis­voller Gollinger Fall | Sony a7 IV + Sony 2.8/16–35 mm GM

Schluss­ge­danken

Ein paar Gedanken zum Schluss. Häufig wird in Foto­gra­fie­work­shops und ‑kursen auf das Geschichte erzählen durch Bilder aufmerksam gemacht. Bestimmt hast du auch schon häufig davon gehört. Und obwohl es dem ein oder anderen viel­leicht etwas abwegig erscheint, wie man durch ein einzelnes Land­schafts­bild eine Geschichte erzählen können soll, ist dabei etwas wahres dran. Wahr­schein­lich liegt darin auch ein Schlüssel zu einer starken Komposition.

Ein letztes Beispiel. Wenn ich meine Kamera auf einen wunder­schönen Wasser­fall richte oder auch einen beein­dru­ckenden Sonnen­un­ter­gang, dann ist das groß­artig. Die Aufnahme die entsteht ist vermut­lich ein schöner Schnapp­schuss, der einem selbst oder der Familie als Erin­ne­rung in einem Foto­album an einen schönen Ausflug oder einen schönen Abend viel­leicht sogar genügt.

Aber schon der erste Betrachter aus dem weiteren fami­liären Umfeld oder ein guter Freund, dem du die Aufnahme zeigst, wird in den seltensten Fällen so begeis­tert sein, dass das Bild seine Aufmerk­sam­keit etwas länger aufrecht erhält. Um das zu errei­chen musst du eine bessere Geschichte erzählen.

Du musst die umge­benden Elemente bei der Aufnahme nutzen oder verde­cken und versu­chen der Szene eine tiefere Bedeu­tung zu verleihen. Eine starke Kompo­si­tion sorgt dafür, dass sich das Bild von der Masse abhebt. Ein weiterer Schlüssel, um so eine Kompo­si­tion zu finden, zu erar­beiten und aufzu­nehmen ist Zeit.

Ich bin mir ziem­lich sicher, dass nur die aller wenigsten unver­gess­li­chen Land­schafts­fotos in Eile oder aus einer Laune heraus, quasi im Vorbei­gehen entstanden sind. Viel­leicht auch kein einziges. Starke Bilder und Kompo­si­tionen entstehen durch sorg­fäl­tige Planung und inten­siven Über­le­gungen. Tipps, wie diese hier im Vlog helfen dir, dass du dir selbst bewusster über die eigenen Bilder wirst, das du Konzepte parat hast, die dir helfen deine Bilder aufzu­bauen, sodass du schon vor Ort verstehst, wie die Elemente zusammenspielen.

Manche Szenen müssen stärker erar­bei­tete werden, bis sie funk­tio­nieren. Manche sind offen­sicht­li­cher. Manche Szenen funk­tio­nieren viel­leicht auch gar nicht, oder nur an einem anderen Tag, einer anderen Tages­zeit, einer anderen Jahres­zeit oder bei anderem Wetter. Oder du hast die Lösung noch nicht gefunden und musst even­tuell einmal wieder kommen. Aber mit der Zeit wirst du lernen die anspre­chendste Kompo­si­tion zu finden, die eine tiefer­ge­hende Geschichte über deine Erfah­rungen, über den Ort oder das Motiv erzählt.

Werdet ihr jetzt acht­samer dabei sein oder waren euch diese Punkte bereits klar? Schreibt gerne in die Kommen­tare, wie ihr das Thema Bild-Kompo­si­tion nach diesem Video jetzt seht und wie ihr vorgeht. Ich freue mich von euch zu hören!

VLOG zum BLOG

“Drit­tel­regel”, “Führende Linien”, “Vorder­grund­in­ter­esse erzeugen”… jeder kennt die gängigen Tipps für bessere Kompo­si­tionen in der Land­schafts­fo­to­grafie. Es gibt sie aus einfa­chem Grund: Sie scheinen zu funk­tio­nieren. Aber habt ihr euch jemals gefragt, warum sie funk­tio­nieren? Diesem “Warum” gehe ich in diesem Video auf den Grund und betrachte, was wohl die Geheim­nisse groß­ar­tiger Land­schafts­kom­po­si­tionen sind. Viel Spaß beim Anschauen!

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