Lofoten foto­gra­fieren — Teil 4: Polarlichtjagd

Was für eine Nacht hatten wir da bitte hinter uns? Eine nicht enden wollende Polar­licht-Show direkt vor unserer Unter­kunft. Nach dazu eine recht wind­stille Nacht. So konnten Polar­lichter mit herr­li­cher Spie­ge­lung im Fjord aufnehmen. Wunder­schön. Aus diesem Grund ging es heute, wenn auch nur ein biss­chen, später los. Erster Stopp der nahe­ge­le­gene Hauk­land-Strand bei wolken­freiem Himmel. Und ich? Ich versuchte mich als Wild­life-Foto­graf. Was wir am heutigen Tag jedoch nicht erahnen konnten war, dass wir wieder bis in die Nacht auf eine regel­rechte Polar­licht­jagd gehen würden. 

Ausrüs­tung:

Sony a7IV
Sony a6700
Sony FE 2.8/16–35 mm GM
Sony FE 4/24–105 mm G
Sony FE 100–400 mm GM

Den VLOG zum BLOG seht ihr unten auf der Seite oder ihr erreicht ihn über diesen Button:

Am Hauk­land-Strand: Wildlife

Ja, die letzte Nacht, oder auch der letzte Tag, mit seinen vielen tollen Licht­stim­mungen beein­druckte uns nach­haltig. So inten­sive Nord­lichter, die auch so schnell tanzten, hatte keiner von uns bisher gesehen. Aber der Blick geht schon wieder nach vorn. 

Da wir etwas spät dran waren wollten wir den nahe­ge­le­genen Hauk­land-Strand als Sonnen­auf­gangs­spot nutzen. Der wolken­freie Himmel könnte die Hauk­land-Berge anleuchten. Außerdem hatten wir die Perspek­tive direkt vom Hauk­land-Strand noch gar nicht ins Visier genommen. Als wir ankamen und ich mich umsah, hatte ich das Gefühl nicht all zu viele Möglich­keiten zu haben. Außerdem war der Strand doch recht trist und nur einige wenige Felsen waren zu sehen, die als Vorder­grund dienen könnten. Natür­lich ging die gesamte Gruppe dorthin. Mich aber inter­es­sierte etwas anderes.

Ich entdeckte einen Kormoran auf einem Felsen sitzen. Das Licht auf dem Berg hinten sorgte für etwas Kontext. Ich hoffte darauf, dass der Kormoran gerade gejagt hatte und ggf. seine Flügel trocknet oder ähnliche Verhal­tens­weisen, dass das Bild etwas beson­deres bekommt. Doch er saß minu­ten­lang nur da und schaute mal links, mal rechts. Dann aber kam ein weiterer Kormoran ange­flogen. Ich reagierte blitz­schnell und schoss im Seri­en­bild­modus. Daraus sind 2–3 tolle Bilder entstanden. Hier ist eins aus der Serie. 

Anflug | Sony a7 IV + Sony FE 100–400 mm GM

Am Hauk­land-Strand: Kreativ

Für die rest­liche Zeit am Hauk­land-Strand habe ich wieder versucht möglichst kreativ zu sein. Also auch wieder einmal die ICM-Technik genutzt, um die Szene auf’s wesent­liche zu abstra­hieren: Emotion, Farben, Formen.

Ansonsten achte ich natür­lich auf inter­es­sante Vorder­gründe, wie schnee­be­deckten Felsen oder auch Felsen, die über­zogen mit einer Eisschicht sind. Die Belich­tungs­zeit ist dann abge­stimmt auf die Wellen­ge­schwin­dig­keit. Ich mag es, wenn man Wasser als Wasser erkennt und sogar der ein oder andere Einschlag einer Welle zu sehen ist.

Vor allem das Beob­achten des Wassers ist wichtig. Wo kommt es her, wohin fließt es ab, wie ist die Bewe­gungs­rich­tung und Form. So lässt sich erahnen, wie eine längere Belich­tung sich auf das Bild­ergebnis auswirkt und man kann Vorder­gründe erahnen, wie sie entstehen können. Dann heißt es auf die rich­tige Welle warten, expe­ri­men­tieren und hoffen, dass die Belich­tungs­zeit passt. Aus gut 20–30 Aufnahmen fand ich diese drei beson­ders ansprechend.

Motion | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

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Stram­sund

Stram­sund war für uns eigent­lich nur ein kleiner Zwischen­stopp, um etwas Verpfle­gung einzu­kaufen. Dennoch konnte man auf diesem kleinen Fleck mit etwas Krea­ti­vität recht viele Motive und Bilder finden. Die roten Häuser mit den grünen Fens­tern sind so jeden­falls einzig­artig auf den Lofoten. 

In Stram­sund begeg­nete uns auch wieder einmal ein Adler in der Luft, den ich dieses mal auch einfangen konnte. Aller­dings sind diese faszi­nie­renden Geschöpfe der Lüfte doch ziem­lich weit oben geflogen und selbst mit meinen 400 mm musste ich schon recht stark croppen, um ihn in einer guten Größe auf das Bild zu bekommen. Alles in allem also kein außer­ge­wöhn­li­cher Shot. 

Die Zeit in Stram­sund jeden­falls nutzte ich, um etwas krea­tiver zu werden, wie ihr im Video sehen könnt. Details­auf­nahmen der Fens­ter­läden, Hafen und Mond, Sonnen­stern, Leucht­turm, etc. Es gibt einiges zu foto­gra­fieren, aber nur wenige Aufnahmen, die für mich genommen Port­folio-reif gewesen wären. 

Stram­sund Scenery | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

Svolvær

Es ging weiter. Vor uns lag eine etwas längere Fahrt, deren Ziel Svolvær sein sollte. Die tief­stehende Winter­sonne aber sorgte in einem Fjord, an dem abso­lute Wind­stille herrschte für ein tolles warmes Licht und das ruhige Wasser für eine perfekte Spie­ge­lung des Berg­mas­sivs im Hintergrund.

Sofort fielen mir auch einige span­nende Vorder­gründe ins Auge, an die man tatsäch­lich nicht mit der Kamera kommen konnte. Aufnahmen die man so also nur mit einer Drohne aufnehmen konnte.

Die teilweies gefro­rene Wasser­ober­fläche ließ tolle Formen und Muster entstehen. Dort wo die gefro­rene Wasser­ober­fläche durch die Ebbe etwas abssank brach das Eis an einigen Stellen auch über Steine. Das tolle warme Licht der Sonne und das kühle blau des Schnees sorgten zudem für einen wunder­schönen Farb­kon­trast. Für mich also mehr als genug Gründe, sich hier foto­gra­fisch etwas auszu­toben. Ich hätte an dieser Stelle auch einige Stunden weiter foto­gra­fieren können und wäre wohl immer noch zu span­nenden Motiven gekommen, so viel bieten die Lofoten auch an solchen unschein­baren stellen. Aber das Ziel was Svolvær weshalb wir uns weiter auf den Weg machten.

Dort gibt es einen netten kleinen Spot mit kleinen roten Häus­chen auf einer Insel. Dahinter ein klei­neres Gebirge. Das ruhige Wasser lud dazu ein, eine Lang­zeit­be­lich­tung aufzu­nehmen, so dass die ruhige Wasser­ober­fläche den Anschein erweckt absolut still dazuliegen.

Svolvær cabins | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

Die Polar­licht­jagd beginnt

Unser Work­shop-Leiter Jens hatte einen Spot für den Abend im Blick, aber die Fahrt sollte wohl zu lange dauern. Dank Amit, der bereits eben­falls schon einmal in den Lofoten war, konnten wir aber in aller kürze einen anderen Spot ansteuern, der für den Sonnen­un­ter­gang ganz gut gelegen war. Ein Aussichts­punkt in einem Natio­nal­park. Aller­dings musste man richtig arbeiten für gute Bilder, da es tatsäch­lich keine einfache Loca­tion war. Aber ein paar zufrie­den­stel­lende Ergeb­nisse kamen dabei schon raus.

Zur Blauen Stunde gingen wir zurück nach Svol­vaer. Ein paar Shots von der Brücke und dann erstmal etwas essen. Doch während wir unter­schied­liche Motive ins Bild nahmen zeigte sich die Aurora Borealis direkt nach Sonnen­un­ter­gang viel früher als wir es erwartet hatten und obwohl es noch gar nicht richtig dunkel war. Das zeugt von der Inten­sität der Polarlichter.

Als sie abge­klungen waren, konnten wir zwischen­zeitig etwas essen und fuhren dann zurück Rich­tung Leknes. Doch die Nord­lichter waren uns gnädig und zeigten sich auf der Fahrt mehr­fach über unseren Köpfen. Immer wieder hielt Jens mit uns an passenden Orten und mehr­fach foto­gra­fierten wir die Polar­lichter über fast eine Stunde hinweg.

Und da es uns an dem Abend so einfach gemacht wurde, und sich die Nord­lichter uns förm­lich aufge­drängt haben, versuchten wir noch einmal unser Glück am Hauk­land Strand. Und ja, dieses mal hat es endlich geklappt und wir konnten auch diesen für uns so vertrauten Berg mit Nord­lich­tern einfangen. Einfach wunder­schön. Fast schon magisch. Aber seht am besten selbst im Video!

At the Lake | Sony a7 IV + Sony FE 2.8/16–35 mm GM

VLOG zum BLOG

Begleite mich beim Foto­gra­fieren auf den Lofoten! In dieser zweiten Episode meiner Serie besu­chen wir Skags­anden, Ramberg und Vikten. Außerdem zeige ich euch, wie ihr die Farben des hohen Nordens aus euren RAWs wieder herausholt. 

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