Ausrüstung:
Kamera: Nikon D7200
Objektive: Sigma 18-35mm F1,8 DC HSM Art, 
Nikon AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G,
Sigma 105 mm F2,8 EX Makro DG OS HSM,
Tokina SD 12-24 F4 (IF) DXII

Route No 1, Island
18 mm, ISO 400, f/14, 1/60 Sek.

Vorbereitungen
Wir werden in Kürze das erste Mal nach Island fliegen. Geplant ist eine Rundreise auf dem "Golden Circle" in 10 Tagen. Von einigen Bekannten, die schon einmal in Island waren, haben wir bereits einige nützliche Tipps bekommen.
Unsere Übernachtungen und die Sehenswürdigkeiten auf unserem Rundweg stellen sich wie folgt dar:
Auch wenn es sich nicht um eine Reise an den Nordpol handelt, so braucht man allerdings trotzdem dichtes, sicheres Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Die Temperaturen auf er Insel sind allerdings milder, als es viele Vermuten. Trotzdem kann das Wetter in kürzerer Zeit stark schwanken, was vor allem mit dem starken Wind zu tun hat, der auf Island herrscht. Wie so oft im Outdoorbereich, setzen wir also auf einen "Zwiebel-Look". Wind- und Regendfeste Hard-Shell-Jacke und Hose und darunter je nach Wetterlage mehrere Schichten. An den Füßen unsere bewehrten Wanderschuhe und für die Freizeit auch mal Sportschuhe. Alles zusammen darf die 20 kg Gepäck nicht überschreiten und meine Foto-Ausrüstung muss ja auch noch mit.
Fotoausrüstung
Meine Fotoausrüstung trage ich natürlich im Handgepäck mit mir spazieren, einzig das Stativ und ggf. etwas Zubehör werde ich in den Koffer schmeißen, in der Hoffnung, dass alles gemeinsam ankommt. 
Stativ: 1.600 g
Nikon D7200: 675 g
Tokina 12-24mm: 570 g
Sigma 18-35mm: 810 g
Nikon 50 mm: 185 g 
Sigma 105 mm Macro: 725 g
Pol- & ND-Filter, Ladegerät, L-Winkelhalterung
Zu Hause lasse ich ggf.
Nikon 55-300mm: 530 g
Nikon SB-910: 510 g
Wenn ich alles mitnehmen möchte, käme ich locker über 6kg, die man so zusätzlich mit herumschleift.
Hilfreiches
Wenn wir  schonmal in Island sind, möchten wir natürlich auch Nordlichter fotografieren, sofern das Wetter mitspielt. Eine zuverlässige Vorhersage wo Nordlichter zu sehen sein werden, liefert diese Webseite.

Wir sind die meiste Zeit zwar auf der "1" unterwegs, die meist gut zu befahren ist, nichtsdestotrotz gibt es hier eine Übersicht, über die aktuellen Straßenbedingungen, gerade in den Winter Monaten wohl sehr hilfreich.

Und hier noch der aktuelle Wetterbericht für Island.
Island - Tag 1: Ankunft in Reykjavik
Als wir heute morgen noch in Frankfurt am Flughafen standen, merkten wir, dass es wieder etwas kälter geworden ist. Die Kleidung, die wir in der Hand getragen hatten, um sie in Island überwerfen zu können benötigten wir schon in  Deutschland. So ist zumindest das Umgewöhnen kein großes Problem.
In Reykjavik angekommen brachten wir zu erst unsere Koffer ins Hotel, um dann von dort aus direkt mit der Kamera bewaffnet durch Reykjavik zu marschieren. Erstes Ziel: die Hallgrímskirkja. Wir hatten strahlenden Sonnenschein erwischt, allerdings durchzog die Straßen ein eisiger Wind, mit arktischer Polarluft. 

Hallgrímskirkja, Reykjavik, Iceland
18mm, ISO 100, f/5.6, 1/50 Sek.

Wir liefen einige Geschäfte in der Laugavegur ab, die bekante Einkaufsmeile, mit vielen kleinen Souvenirläden, usw. als es langsam dämmerte, begaben wir uns zum Hafen. Dort steht eins der am meisten fotografierten Kunstwerke Islands: die Sun Voyager. Da immer wieder Menschen (Asiaten), um die Sun Voyager liefen, um sie zu bestaunen, testete ich direkt mein Stativ und holte die ND-Filter raus, um das Objekt mit einer Langzeitaufnahme "menschenfrei" zu fotografieren.

Sun Voyager, Reykjavik, Iceland
20mm, ISO 100, f/10, 30 Sek.

Nur einige Meter entfernt steht das Konzerthaus Harpa, ein tolles Gebäude, welches erst 2011 neu eröffnet wurde. Die vordere Fassade wechselt ständig ihre Farbe, deshalb habe ich hier einmal zwei Bilder, die zeigen, dass sich das Konzerthaus alle paar Sekunden in einer neuen Farbe, mit anderen Mustern präsentiert.

Harpa, Reykjavik, Iceland
18mm, ISO 100, f/10, 13 Sek.

Nach dem wir einige Zeit außen standen, wurde uns sehr kalt. Der Wind hatte nicht nachgelassen, was auch die Langzeitaufnahmen sehr schwierig machten. Bei manchen Böhen, musste man die Kamera festhalten, da das Stativ zu kippen drohte. So begaben wir uns zurück ins Hotel, denn am nächsten Tag sollte es losgehen, zur Erkundung der Insel. 
Island - Tag 2: Wasserfälle, Geysir und Nordlichter
Heute morgen nahmen wir unseren Mietwagen in Empfang und verließen so schnell wie möglich die Großstadt. Es steht eine Tour über den Nationalpark Þingvellir, dem Geysir, dem Gulfoss Wasserfall bis nach Hella an. Noch können wir die Entfernungen in Island nicht so richtig einschätzen, weshalb wir uns selbst eher etwas zur Eile zwangen.

Bereits nach den ersten Kilometern außerhalb von Reykjavik schauten wir immer wieder links und rechts aus den Fenstern unseres gemieteten Nissan Qaschqai und staunten über die atemberaubende Landschaft. Das nordische Ambiente, die Gebirgsketten, Flüssen und Seen, gepaart mit immer wieder großen Flächen Schnee und Eis, noch dazu das herrliche Wetter, das wir bekommen haben, faszinierte uns.

Route Nr. 1, Island
22mm, ISO 100, f/13, 1/100 Sek.

Schon nach wenigen Kilometern hielten wir also das erste Mal. In Island gibt es immer wieder kleinere Informationsplätze, an denen man sich über die Landschaft und ihre Geschichte erkundigen kann. Diese liegen meist recht günstig an tollen Spots, die sich zum Fotografieren anbieten. Hier treffen wir auch auf die ersten Touristen-Gruppen aus Asien, die mit dem Bus angekarrt werden, austeigen, knipsen, einsteigen und weiterfahren.

Leirvogsvatn, Island
31mm, ISO 100, f/10, 1/100 Sek.

Þingvellir-Nationalpark

Öxará, Island
28mm, ISO 100, f/16, 2 Sek.

Am Þingvellir-Nationalpark machten wir unseren ersten größeren Stopp, nach Plan. Das tolle ist, man kann sich nicht verfahren und die touristischen Höhepunkte sind auch kaum zu verfehlen, da die Parkplätze mit ihren Touristen-Bussen nicht zu übersehen sind. Wir schnürten die Wanderschuhe fest und liefen den Hügel hoch zum Öxarárfoss. Einen kleinen Wasserfall zum "warm werden", sozusagen.

Öxará, Island
18mm, ISO 100, f/16, 1/15 Sek.

Entlang der Grenze von europäischer und nord-amerikanischer Kontinentalplatte verläuft hier einer Schlucht, der sich auftuenden Lava-Gesteinsschichten. Die Sehenswürdigkeit ist hervorragend ausgebaut, man kann auf befestigten Wegen und Holz-Stegen gut und gerne eine Stunde spazieren gehen.

Spaziergang im Þingvellir-Nationalpark, Island
105mm, ISO 100, f/8, 1/250 Sek.

Geysir / Strokkur
Nachdem wir uns ein wenig informiert und die Gegend erkundet hatten fuhren wir weiter Richtung Geysir. Der eigentliche Geysir, der auch Namensgeber aller anderen Geysire der Welt ist, ist allerdings nicht mehr aktiv. Einige Meter weiter allerdings ist der etwas kleinere Bruder der Strokkur. Dieser bricht in regelmäßigen Abständen zwischen ca. 5 und 10 Minuten aus, allerdings nur mit einer Höhe von ca. 10 Metern.

Strokkur, Island
18mm, ISO 100, f/8, 1/200 Sek.

Im ganzen Umkreis des Geysirs zischt und brodelt es. Warme Flüsse mit weit über 60°C fließen an einem vorbei und das bei einer Außentemperatur von um die Null Grad. Die Dämpfe riechen ein wenig nach verfaulten Eiern, sehr schwefelhaltig. Dies ist sicher eine der Hauptattraktionen in Island, was man an der Anzahl an Mietwagen und Toursten-Bussen sieht. Ganz in der Nähe gibt es ein großer Shop mit einem Restaurant und alles was dazugehört.
Gullfoss
Bevor wir von den Horden asiatischer Touristen totgetrammpelt werden, stiegen wir in unseren Mietwagen und fuhren weiter. Ein wenig weiter ins Landesinnere. Dort liegt einer der größten und schönsten Wasserfälle Islands: der Gullfoss Wasserfall. Als wir aus dem Auto ausstiegen merkten wir, dass wir nun etwas höher lagen. Es  war noch ein paar Grad kälter und ein fester, eisiger Wind wehte uns ins Gesicht. Der Gulfoss wirkt, aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet, als würde er in die Erde in einen tiefen Graben hinein fließen.

Gulfoss, Island
18 mm, ISO 100, f/16, 1/50 Sek.

Das Fotografieren des Gulfoss-Wasserfalls stellte sich als eine der härtesten Erfahrungen als Fotograf für mich heraus. 
Ich holte mein Stativ heraus, meine ND-Filter und baute meine Kamera auf. Der Wind wehte die Gischt des Wasserfalls direkt in unser Gesicht. Innerhalb von Sekunden war mein Stativ komplett nass, einige weitere Sekunden später eingefroren. Immer wieder versuchte ich die Linse und die Filter mit einem Tuch zu reinigen, um schnellstmöglich ein Bild zu machen. Nach ettlichen  Versuchen und halb eingefrorenen Fingen gab ich auf. Noch dazu hatte ich bedenken, dass sobald ich einmal die Kamera los lasse der Wind diese umgehend umschmeißen würde. Ein paar Bilder hatte ich geschossen, mit relativ wenigen "Spots" auf der Linse,... der Rest muss halt Lightroom machen. Dachte ich mir und packte alles ein.
Zurück im Auto mussten wir uns erst ein wenig aufwärmen. Sobald man aber windgeschützt ist, funktioniert das einigermaßen.

Gulfoss mit Regenbogen, Island
24 mm, ISO 100, f/16, 1/200 Sek.

Seljalandsfoss

Seljalandsfoss, Island
18 mm, ISO 100, f/16, 3 Sek.

Der Seljalandsfoss gehört zu einer Reihe von Wasserfällen, die an der ehemaligen Küstenlinie direkt ins Meer mündeten. Da sich das Land ständig in Bewegung befindet ist dies heute nicht mehr der Fall. Wenn kein Schnee liegt, kann man hinter diesem Wasserfall laufen, was ihn zu einer tollen Attraktion macht.
Leider lag bei uns viel Schnee, weshalb der Weg hinter den Wasserfall gesperrt war. "Ein Grund, mal wieder nach Island zu gehen", sagten wir uns und spazierten ein wenig umher und machten Bilder in der goldenen Stunde. Auch den Gljúfrabúi schauten wir uns an. Einen weiteren Wasserfall in der Reihe, der ein wenig versteckt hinter einem großen Felsen verschwindet.

Seljalandsfoss, Island
18 mm, ISO 100, f/5.6, 1/50 Sek.

Fagrabrekka Guesthouse - Nordlichter

Island Pony genießt den Sonnenuntergang
50 mm, ISO 100, f/3.2, 1/640 Sek.

Nach unserem Spaziergang rund um die Wasserfälle fuhren wir wieder zurück in die Nähe von Hella, zum Fagrabrekka Guesthouse, an dem wir die Nacht verbringen wollten. Ein richtig geniales Gästehaus, schön abgelegen mit Blick bis zum Eyjafjallajökull und Hekla, zwei bekannten Vulkanen Islands.

Hekla, Island
50 mm, ISO 160, f/4.5, 1/320 Sek.

Das Gästehaus ist wahnsinnig toll. Einer der besten Aufenthalte, an die ich mich erinnern kann. Alles ganz neu und sauber, die Lage - traumhaft. Heute Abend stehen die Chancen nicht schlecht, sagte uns die Gastgeberin, um Nordlichter zu sehen, auch wenn die Sonnenaktivität nicht so hoch ist und der Kp-Wert nur zwischen 2 und 3 liegt. Aber es bleibt sternenklar, versprach sie uns.
Nach dem wir uns etwas zu Essen gemacht haben und es langsam dunkler wurde - die Sonne geht in Island um diese Zeit bereits erst um 19 / 19:30 Uhr unter - schaute ich aus dem Fenster ins dunkle. Am Horizont konnte ich einen grauen schleier entdecken, der sich etwas zu bewegen schien. Da die Sonne immernoch den bereits dunkleren Himmel  erhellte, versuchte ich einen ersten Versuch. Tatsächlich, es sind Nordlichter. Ich hielt Ausschau nach tollen Motiven, doch nun kam der Nachteil dieser tollen abgelegenen Lage zum tragen. Alles flach, weit und breit keine aufregenden Motive. So musste ich improvisieren. Zurück ins Haus, Stirnlampe auf den Kopf - bin halt eben ich, das Motiv. Stativ aufgestellt, UWW auf Unendlich fokussiert, Mode M, 4 Sekunden Belichtungszeit und los.

Nordlichter, Island
18 mm, ISO 800, f/1.8, 4 Sek.

Island - Tag 3: Verlorener Tag an der Südküste

Heute starten wir eine Tour, auf die ich mich im Vorfeld am meisten freute. Wir fahren an der Südküste entlang an endlos langen schwarzen Sandstränden, Wasserfällen, Fjaðrárgljúfur und
Skaftafell.

Als wir bei unserer Gastgeberin am Frühstück saßen, spürten wir aber bereits die ersten Vorboten des angekündigten Sturms. Ihr sollte euch heute beeilen, ließ uns unsere Gastgeberin wissen, der Sturm wird immer stärker gegen Mittag und kann richtig ungemütlich werden - sie sollte recht behalten.

Der Wind peitschte bereits über die Gipfel der umliegenden Berge, Island
30 mm, ISO 100, f/8, 1/100 Sek.

Auf der Fahrt Richtung Skogafoss, konnten wir noch einige tolle Landstriche betrachten. Auch wenn wir bereits merkten, wie der Sturm stärker wurde.

Schöner Tal-Kessel, Island
30 mm, ISO 100, f/8, 1/250 Sek.

Skogafoss 
Wir machten uns also möglichst schnell von den Socken, weil noch sah das Wetter einigermaßen gut aus. Den Seljalandsfoss ließen wir links liegen, hatten ihn ja bereits gestern besucht, und fuhren direkt weiter zum mächtigen Skogafoss. Auf 15 Metern breite fällt das Wasser dieses Wasserfalls 60 Meter in die tiefe. Gespeist wird er durch einen Gletscher am Eyjafjallajökull. Angekommen am Parkplatz öffnete ich die Tür des Autos und der Wind riss sie mir direkt aus der Hand. Gott sei Dank ist sie nicht kaputt gegangen. Also merke: In Island Türen festhalten!

Skogafoss, Island
50 mm, ISO 800, f/8, 1/640 Sek.

Nach dem wir den Skogafoss aus der Nähe betrachtet hatten, liefen wir auf seiner Seite den Hügel hoch. Der Wind nahm stark zu und wurde bereits jetzt sehr ungemütlich. Man musste sich teilweise kräftig festhalten, um nicht umgeweht zu werden. Aber noch war es schön sonnig.

Skogafoss, Island
50 mm, ISO 100, f/8, 1/640 Sek.

Keine Chance auf's Flugzeugwrack
Wir wollten uns nicht zu lange aufhalten und stiegen ins Auto, um weiter zu fahren. Nächstes Ziel das Flugzeugwrack der DC-3 Maschine am Sólheimasandur. Wir fuhren um eine Kurve und plötzlich war alles weiß. Der Schnee bließ horizontal von der Seite, die Sichtweite war großteils unter 50 Meter.

Am Parkplatz angekommen stiegen wir aus, um einige Meter Richtung Flugzeugwrack zu laufen, ehe wir festellen mussten, dass es keinen Wert hat. 4 km, wäre der einfache Weg lang gewesen, bei dem Wetter ein unglaublicher Kraftakt. Der Schnee prasselte uns auf's Gesicht und schmerzte wie tausend Nadelstiche auf der Haut, auf Grund seiner hohen Geschwindigkeit. Im Auto angekommen freuten wir uns, nicht weggeweht worden zu sein.
In den folgenden Minuten wurde das Wetter nicht besser. Das fahren mit dem Auto wurde zur Geduldsprobe. Viele Touristen waren völlig überfordert und fuhren mit 30 km/h auf der Landstraße. 50/60km/h konnte man allerdings durchaus fahren. Wir erreichten Dyrhólaey, aber es stürmte und die Sicht war so miserabel, dass wir nichtmal aus dem Auto ausgestiegen sind und weiterfuhren.
Schwarzer Sandstrand am Reynisfjara Beach
Nächstes Ziel war der schwarze Sandstrand von Reynisfjara Beach, aber unsere Hoffnung dort irgendwas zu sehen zu bekommen schwanden immer weiter. Dort angekommen stiegen wir aus dem Auto und wurden beinahe umgeschmissen. Der Wind ist noch einmal kräftiger geworden. Immer mehr Schnee gesellte sich zu dem Wind. Mit Mühe und Not konnte ich gegen den Wind 2-3 Aufnahmen am Strand machen, die natürlich alles andere als künstlerisch wertvoll sind. Vor den Felsen sieht man einen weiteren Fotografen gegen den Sturm ankämpfen. Dort preschten die Wellen allerdings teilweise so stark an Land, dass man sich dort in Lebensgefahr brachte, bei diesem Wetter.

Fotograf kämpft gegen die Gischt am Reynisfjara Beach, Island
105 mm, ISO 100, f/2.8, 1/640 Sek.

Heilfroh waren erreichten wir wieder unser Auto. Und fuhren weiter Richtung Vik. Im weiteren Verlauf unserer Fahrt wären weitere tolle Landschaften zu bestaunen gewesen - die Moosfelder von Þakgil, die Schlucht von Fjaðrárgljúfur, die große Weite der Küstenlandschaft, der Naturpark Skaftafell - alles an einem Tag wahrscheinlich kaum zu schaffen, nur zu sehen bekamen wir nichts.
Vik
Wir fuhren dennoch jede Anlaufstelle an, vielleicht haben wir ja Glück und das Wetter ist an manchen Stellen besser. In Island kann sich das nämlich sehr schnell ändern. In Vik allerdings - keine Sicht. Nur ganz selten riss für einige Minuten die Wolkendecke auf, wie hier auf dem Bild, ehe sie sich wieder verschloss und der Schneesturm weitertobte.

Küstenlandschaft und schroffe Gebirgszüge, Island
22 mm, ISO 100, f/2.8, 1/1000 Sek.

Dverghamrar
Als wir am Dverghamrar , den Zwergen Felsen vorbeikamen, war es gerade einigermaßen Windstill und die Wolkendecke riss auf. Also entschlossen wir uns die interessanten Gesteinsformationen einmal anzuschauen, wenn wir schon einmal hier sind.
Das tolle an diesem eher unscheinbaren Fleck. Wir waren ganz allein. Keine anderen Touristen waren zu sehen. Als wir uns die Felsen genauer angeschaut hatten und uns wieder etwas kälter wurde, ging es zurück auf die Straße.

Gesteinsformationen von Dverghamrar, Island
18 mm, ISO 320, f/8, 1/125 Sek.

Núpsstaður

Route No. 1, Island
35 mm, ISO 200, f/13, 1/80 Sek.

In der Nähe von Núpsstaður wurden wir auf einen tollen Talkessel mit einem schönen Gebirgszug aufmerksam. Das Wetter war in diesen Kilometern wieder herrlich. Kaum Wind, dafür Sonne. Dieses Wetter sollte nun halten, bis wir unser Hotel erreichen. Was den Tag noch einigermaßen tröstlich machte.
Erst im Nachinein erfuhren wir, dass ganz in der Nähe kleine Torfhäusschen ein tolles Fotomotiv gegeben hätten. Tja, so ist das nun mal. In Island gibt es an jeder Ecke tolle Motive. Wenigstens ein Grund noch einmal nach Island zu gehen.

Panorama um Núpsstaður, Island
18 mm, ISO 200, f/13, 1/40 Sek.

Vatnajökull

Panorama vom Vatnajökull, Island
28 mm, ISO 500, f/10, 1/800 Sek.

Im weiteren Verlauf der Route No 1 fährt man südlich des Vatnajökull vorbei, bzw. direkt auf seine Ausläufer zu. Der Vatnajökull ist der größte Nationalpark Islands, der komplett mit Schnee und Gletscher überdeckt ist. Während der Fahrt auf dieses, für mich, eine der imposantesten Landschaften der Welt sahen wir wieder einige tolle Gebirgsketten, sowie diese um den Berg Hvannadalshnúkur. Wir waren uns teilweise nicht sicher, ist es Schnee, oder sind es Wolken? Vermutlich von beidem etwas.
Die Größe ist kaum zu erfassen und schwierig in einem Bild einzufangen. Ich hoffe mit diesem Panorama ist es mir einigermaßen gelungen. An einer kleinem Rastplatz machten wir einen kurzen Stopp, um das Panorama zu genießen, dass uns minutenlang zu Staunen brachte.
Spontan entschlossen wir uns, da das Wetter gerade so fantastisch war, dass wir uns etwas sputen, um vielleicht die Gletscherlagune zum Sonnenuntergang einen Besuch abzustatten. Also rein ins Auto und schnell weiter auf der 1.

Route No 1 vor dem Vatnajökull, Island
18 mm, ISO 400, f/14, 1/60 Sek.

Aber das Wetter änderte sich in Minuten, das haben wir jetzt schon erfahren. Das ist Island.Nur wenige hundert Meter nach unserem Hotel wurde es so ungemütlich und die Straßen voller Schneeverwehungen, dass wir umdrehten und direkt ins Hotel gingen. Wir wir später mitbekommen haben, was es Glück, dass wir so weit gekommen sind. Andere Urlauber mussten die Tour entlang der Südküste abbrechen, da die Straßen gesperrt waren.
Island - Tag 4: Jökulsárlón, Ostfjorde
Heute steht eine lange Fahrt für uns an. Vom Fosshotel Glacier Lagune zum Fosshotel East Fjords, um genau zu sein. Wir frühstücken so früh als möglich und machen uns gleich von den Socken. Der Tag gestern war zwar nicht ganz zum vergessen, aber der Tag heute sollte zum Ausgleich bitte doch etwas besser werden.

Morgenstund in Island
18 mm, ISO 100, f/8, 1/250 Sek.

Jökulsárlón, Diamond Beach

Black Diamond Beach, Island
35 mm, ISO 100, f/9, 8/5 Sek.

Schon die erste Station versprach spannend zu werden. Am Diamond Beach sammeln sich immer wieder Eisbrocken an, die vom Meer hier angespült wurden. Zuvor sind sie in der
Jökulsárlón, der Gletscher Lagune raus auf's Meer getrieben, nach dem sie zuvor am Gletscher abgebrochen sind. Die Eisberge die hier raus auf's Meer treiben sind teilweise wochenlang zuvor in der Lagune vor sich her gependelt, hab ich mir sagen lassen.

Diamond Beach, Island
18 mm, ISO 100, f/9, 13/10 Sek

Empfehlenswert sind wasserdichte Schuhe, weil man urplötzlich mitten im Wasser stehen kann.
Die Sonnenstrahlen durchstachen manchmal die Wolkendecke, was im Großen und Ganzen ein tolles Motiv mit den Eisbrocken, dem schwarzen Sandstrand und den Wellen des Meeres abgab. Vermutlich hätte ich den ganzen Tag weiter fotogafieren können und hätte immernoch Motive gefunden.

Eisbrocken umgeben von Wasser, Island
32 mm, ISO 100, f/9, 1 Sek.

Mein Lieblingsmotiv war an diesem Tag diese zwei Eisbrocken, die aussahen, als würden sie sich umarmen oder Küssen wollen. Habe ich erwähnt dass ich die Farben liebe, die in Island manchmal am Himmel durchdringen?

Liebespaar am Diamond Beach, Island
50 mm, ISO 100, f/16, 8/5 Sek.

Einen Steinwurf über der Straße liegt die Gletscherlagune.
Die großen Eisberge im Jökulsárlón schienen im ersten Moment still zu stehen. Ich wollte das Wasser verschwommen werden lassen und versuchte mein Glück mit 1-2 Sekunden Belichtungszeit, da bemerkte ich, dass doch alles ganz schön in Bewegung war und mal nach links, mal nach rechts pendelte, mal schneller, mal langsamer. Es benötigte also den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, bzw. mehrere Versuche zu starten, um ein ordentliches Bild hinzubekommen. Aber es hat geklappt. 

Langzeit-Aufnahme des Jökulsárlón, Island
30 mm, ISO 100, f/16, 5 Sek.

Mit der Bewegung im vorderen Bildbereich ist ersichtlich, dass alles in Bewegung ist.
Die größe des Gletschers, der hier vom Vatnajökull herunter ins Meer verläuft ist kaum vorstellbar. Natur pur.
Weiter Richtung Höfn
Nachdem wir uns losreisen konnten, fuhren wir weiter in Richtung Höfn. Als ich plötzlich auf die Bremse drückte. Neben der Fahrbahn standen riesige Rentiere in freier Wildbahn. Sofort zückte ich meine Kamera und lief ihnen etwas entgegen. Wahnsinn, wann bekommt man schon so etwas in freier Wildbahn vor die Linse, als Hobby-Fotograf.

Rentier, gegen das Sonnenlicht fotografiert, Island
105 mm, ISO 100, f/10, 1/2500 Sek.

Nach diesem einmaligen Erlebnis (Es sollten weitere folgen), ging es weiter auf der 1.

Route No 1, Island
105 mm, ISO 100, f/10, 1/400 Sek.

Es war ein herrlicher Morgen, das Wetter gerade zu perfekt. Der Weg weiter entlang der Südküste war voller atemberaubender Landschaften. Noch immer befanden wir uns südlich des riesigen Vatnajökull. Immer wieder steuert die 1 einen direkt auf die schneebedeckten Berge zu, eher sie abknickt und in eine andere Richtung weitergeht.
Zur linken und rechten sah man immer wieder alte verlassene Scheunen oder Häuser. Anscheinend ist das Neu-Bauen günstiger als das Erhalten in Island.

Weite Landstriche vor dem Vatnajökull, Island
105 mm, ISO 400, f/10, 1/320 Sek.

Berge Islands
50 mm, ISO 400, f/10, 1/400 Sek.

In Höfn selbst gibt es ein seh bekanntes Restaurant "Humarhöfnin Veitingahús", welches sehr oft empfohlen wird. Für uns war es allerdings noch zu früh am Tag, um etwas zu Essen, weshalb wir uns das Dorf nur einmal kurz anschauten.

Als wir weiter Richtung Osten fuhren, wurde das Wetter wieder zunehmends schlechter. Vom Berg Klifatindur und von Stokksnes konnten wir leider wieder gar nichts sehen. Uns verließ ein wenig die Zuversicht. Solten die restlichen Tage auf Island geprägt von solch einem Wetter sein?
Auf der weiteren Fahrt kamen wir am Hvalnes Lighthouse vorbei. Auch hier gibt es einen schönen schwarzen Sandstrand. Es war allerdings einfach zu stürmisch. Ein Blick zurück jedoch ließ uns aus der Ferne  Klifantidur erblicken. Das raue Meer und die Vögel machten den Anblick zu etwas Besonderem.

Klifantidur vom Hvalnes Lighthouse aus fotografiert, Island
105 mm, ISO 400, f/16, 1/320 Sek.

Beim Blick nach Vorne konnten wir entlang der Südküste richtung Osten blicken. Von hier an beginnt so langsam die Landschaft in die Fjord-Landschaft zu verwandeln.
Lækjavik markiert dann tatsächlich den Einstiegspunkt in die Fjorde.

Lækjavik, Island
26 mm, ISO 400, f716, 1/320 Sek.

Ostfjorde

Fjord-Landschaft, Island
50 mm, ISO 400, f/16, 1/320 Sek.

ie weitere Fahrt führte uns nach Djúpivogur. Hier beginnen so langsam die Ostfjorde und die Landschaft verwandelt sich immer mehr zur bekannten Fjordlandschaft. Auch die Straßen wurden mehr und mehr vom Schnee bedeckt.
In den Ostfjorden gibt es keine sonderlichen Sehenswürdigkeiten. Die Sehenswürdigkeit ist die Natur selbst.
Als wir dann in Djúpivogur ankamen sahen wir, dass wir beinahe nix sahen. Wir fuhren ein wenig mit dem Auto umher, um dann zu beschließen weiter zu fahren.
Streitisviti Lighthouse
Der erste richtige Fjord, den wir entlang fuhren, war der Berufjörður. Hier spielte das Wetter noch einigermaßen mit, so dass wir die Zeit nutzten um einige Aufnahmen zu machen.

Schwarz-Weiß-Panorama des Berufjörður, Island
105 mm, ISO 400, f/8, 1/6400 Sek.

Als wir das Streitisvit Lighthouse erreichen zog eine Schlechtwetterfront auf. Wir sahen sie vom Meer her direkt auf uns zu kommen. Gerade noch konnten wir einige Fotos machen, bevor wir umhüllt von kaltem grau waren.

Streitisviti Lighthouse, Island
105 mm, ISO 400, f/8, 1/1000 Sek.

Wir flüchteten ins Auto und fuhren um die nächsten Kurven in den nächsten Fjord. So konnten wir dem Wetter noch einmal kurzfristig entkommen.
Plötzlich konnten wir uns nicht mehr entziehen. Alles um uns rum wurde weiß und grau. Die Sicht wurde immer schlechter.
Gufufoss
In den Fjorden bekamen konnten wir gerade noch ein paar tolle Landschaften zu sehen, es es sich komplett einschneite. Aber es war noch recht etwas Zeit. Was sollen wir jetzt schon im Hotel dachten wir uns, und so beschlossen wir noch ein wenig weiter nach Egilsstaðir zu fahren um dort was einzukaufen. Und da wir schonmal hier waren, fuhren wir weiter zum Gufufoss. Die Fahrt dort hin war abenteuerlich. Schneesturm von der Seite. Immer wieder Schneeverwehungen auf der Straße. Wir fuhren langsam, um nicht von der Straße abzukommen. Am Gufufoss angekommen beruhigte sich das Wetter ein wenig. Ich schoss ein paar wenige Bilder in 20-30 cm Neuschnee, ehe wir zurückfuhren in unser Hotel.

Gufufoss, Island
35 mm, ISO 100, f/16, 2 Sek.

 Tipp: Wenn bei euch das Wetter besser mitspielt ist nur einige Kilometer entfernt ein tolles Städtchen namens Seyðisfjörður direkt an einem Fjord. Sehenswert ist dort der Weg in Regenbogenfarben gepflastert, der in Richtung der kleinen Kirche im Ort führt. 
Fáskrúðsfjörður

Anlegesteg am Hotel, Ostfjorde, Island
20 mm, ISO 100, f/16, 30 Sek.

Das Hotel, Fosshotel Eastfjords, lag direkt an einem wunderschönen Anlegesteg am Fáskrúðsfjörður, also ließ ich meine Klamotten gleich an und ging raus, um noch ein paar Bilder zu machen.

Anlegesteg am Fosshotel, Island
18 mm, ISO 100, f/16, 10 Sek.

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