Ausrüstung:
Kamera: Nikon D7200
Objektiv: Sigma 105 mm F2,8 EX Makro DG OS HSM

Weinberge im Frühjahr, Malsch, Deutschland
105 mm, ISO 100, f/2.8, 1/800 Sek.

Im Frühjahr (oder Spätjahr) liegt die Golden Hour perfekt. Weder muss man zu früh aufstehen, noch zu lange wach bleiben. Nach dem Arbeitsalltag noch eine Stunde raus zum spazieren und man läuft direkt in die goldene Stunde hinein. Die tiefstehende Sonne ist dabei perfekt um stimmungsvolle Bilder aufzunehmen, da sie Schatten in die Landschaft legt, oder Streiflicht über die Motive zaubert. 
Für so einen Spaziergang nehme ich manchmal gerne eine Challenge an, in dem ich nur die Kamera mit einem Objektiv mitnehme, in diesem Fall war es mein Sigma 105 mm Makro Festbrennweite. 

Pusteblume im Gegenlicht
105 mm, ISO 100, f/3.2, 1/2500 Sek.

Wenn in der Goldenen Stunde die Sonne bereits tief steht, wird das Licht deutlich wärmer, weshalb man den Weißabgleich auf "Tageslicht" oder "Bewölkt" stellen kann, um die Lichtstimmung korrekt aufzunehmen. Das Aufnehmen der Bilder in Raw-Format ist auch in diesem Fall empfehlenswert, um im Post-Processing am Weißabgleich noch drehen zu können. 
Die geringere Intensität und Stand der Sonne kann man sich nun zu Nutzen machen, um mit ihrer Richtung zu spielen. Ideal zum Beispiel ist seitliches Licht, dass die Motive (oben die Grashalme) nur streift, aber auch beinah direktes Gegenlicht, wie in dem Bild mit der Pusteblume, kann man durchaus einmal ausprobieren. Sollte die Kamera bereits an der kürzeste Belichtungszeit angelangt sein, muss man die Blendenzahl erhöhen, um kein überbelichtetes Bild zu erhalten. 

Weg zum Licht
105 mm, ISO 100, f/11, 1/250 Sek.

Wenn ihr in der goldenen Stunde direkt in die Sonne fotografiert, sollte die Blendenzahl erhöht werden, um Sternförmige Strahlen, um die Sonne zu erhalten. Je höher die Blendenzahl, desto ausgeprägter der Stern. Bei einer zu hohen Blendenzahl (also kleiner Blende) wird das Licht aus physikalischen Gründen im Objektiv allerdings wieder stark gebeugt, was zur sogenannten Beugungsunschärfe führt. Deshalb mehrere Einstellungen ausprobieren, um sein eigenes Objektiv kennen zu lernen. 
Aber Vorsicht gilt auch hier, die Sonne ist immer noch sehr hell und kann Sensor der Kamera und euer Auge schädige, sollte zu lang oder zu intensiv in die Sonne geschaut/fotografiert werden. 

Wasseranschluss in den Weinbergen
105 mm, ISO 100, f/4, 1/3200 Sek.

Bilder ohne direktes Sonnenlicht, können speziell in der Goldenen Stunde auch einen besonderen Reiz haben, da sich bspw. schon der Himmel beginnt leicht zu verfärben und nicht mehr nur blau ist. In Island bspw. konnten wir dabei tolle Bilder fotografieren, bei denen sich der Himmel in allen Regenbogenfarben verfärbte.  Oder wie hier beim Bild mit dem Wasseranschluss in den Weinbergen in schönen Pastellfarben. 
Bei Bilder mit Gegenlicht ist eine Nachbearbeitung der Bilder, zumindest der Tonwertkorrektur, in den meisten Fällen notwendig, da die, dem Licht abgewandte Seite der Motive dunkel bis schwarz von der Kamera aufgenommen werden. Dies kann gewollt sein, wie beim Bild mit dem Wasseranschluss, oder ungewollt, wie hier beim Bild mit der alten Weinrebe. Hier musste ich die Schatten ein wenig aufhellen, dass die hölzerne Struktur der Weinrebe erkennbar ist. 

Alte Weinrebe
105 mm, ISO 100, f/2.8, 1/1000 Sek.

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